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PORTRÄT
Tina Mendelsohn
Der interaktive Charakter des Fern-
sehinterviews reizt Tina Mendelsohn immer wieder. Idealerweise entwickelt sich dort ein Gespräch mit einem echten Erkenntnisgewinn, sagt sie.
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© dpa Lupe
Alfred Grosser musste 1933 mit seiner jüdischen Familie vor den Nazis fliehen.
Kritik an Grosser
Zentralrat lehnt Politologen als Redner ab
Die Stadt Frankfurt am Main hat für die alljährliche Rede zum Gedenken an die Reichspogromnacht in der Paulskirche am 9. November 2010 den Politologen Alfred Grosser eingeladen. Jetzt hat der Zentralrat der Juden Kritik an der Wahl des Redners geübt. Frankfurt hält trotz der Kritik an der Einladung fest. Die Gedenkstunde finde wie geplant statt, sagte der Pressesprecher der Stadt, Thomas Scheben.
Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, und der Vizepräsident des Zentralrats sowie Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main, Salomon Korn, begründeten ihre Ablehnung Zeitungsberichten zufolge mit Grossers Kritik an der Politik Israels sowie dessen Unterstützung des Schriftstellers Martin Walser.

"Moralkeule Auschwitz"
Walser hatte anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1998 von der "Moralkeule Auschwitz" gesprochen, was eine kontroverse öffentliche Debatte und eine Fehde mit dem damaligen Präsidenten des Zentralrats der Juden und Vorstandsvorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Ignatz Bubis, ausgelöst hatte.

Der 1925 in Frankfurt am Main geborene Alfred Grosser floh 1933 mit seiner Familie jüdischer Herkunft vor den Nationalsozialisten nach Frankreich, wo er später in Paris als Politologe und Publizist wirkte. Grosser setzte sich zeitlebens für eine Verbesserung der deutsch-französischen Beziehungen ein. 1975 erhielt er in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. 2009 eröffnete er die neu geschaffene Alfred-Grosser-Gastprofessur an der Universität Frankfurt.

Sendedaten
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VideoDas Kulturzeit-Gespräch am 04.11.2010: der Politologe Alfred Grosser
Interview
VideoSalomon Korn zur Paulskirchen-Debatte