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Video-Porträt
Tina Mendelsohn
Der interaktive Charakter des Fern-
sehinterviews reizt Tina Mendelsohn immer wieder. Idealerweise entwickelt sich dort ein Gespräch mit einem echten Erkenntnisgewinn, sagt sie.
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Lupe
In seinem im Frühjahr 2009 veröffentlichten Buch "So schön kann's im Himmel gar nicht sein!" schilderte Schlingensief seine Krebserkrankung in Tagebuchform.
Christoph Schlingensief ist tot
Künstler erliegt seinem Krebsleiden
Er galt als einer der wichtigsten Theater- und Filmkünstler in Deutschland. Seine Inszenierungen und Filme waren wegen ihrer politischen und künstlerischen Radikalität oft umstritten. Nun starb Christoph Schlingensief am 21. August 2010 nach einem zweieinhalbjährigen Krebsleiden im Alter von nur 49 Jahren.
In seinem im Frühjahr 2009 veröffentlichten Buch "So schön kann's im Himmel gar nicht sein!" schilderte der für Provokationen bekannte Regisseur seine im Januar 2008 diagnostizierte Krebserkrankung in Tagebuchform. Sein für die Ruhrtriennale 2010 in Koproduktion mit dem Deutschen Theater Berlin geplantes Stück "S.M.A.S.H. - In Hilfe ersticken" musste Schlingensief Anfang Juli 2010 absagen - wegen einer neuen schweren Krebsdiagnose.


Was wird 2020 sein? - Schlingensiefs Visionen
© ap Video
INTERVIEW
Wie sieht ein Teil der Welt im Jahr 2020 aus? Was werden wir glauben, wie werden Kriege geführt, was wird aus der Oper? Christoph Schlingensief sprach mit Kulturzeit-Redakteurin Maren Beuscher im Januar 2010 - sieben Monate vor seinem Tod - über die Zukunft und seine Visionen

Mediathek ...

"Kulturzeit extra: In memoriam"
Video
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Katrin Bauerfeind hat den Regisseur 2008 getroffen, als er gerade seinen ersten schweren Rückfall hatte. Sie sprachen über sein Leben, sein Werk und die Angst vor dem Tod. Er selbst hatte sich gewünscht, dass das Gespräch in voller Länge gezeigt wird
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"Meine Seele weint": Stimmen zum Schlingensief
© reuters Video
GESPRÄCHSRUNDE
Er galt als einer der wichtigsten Theater- und Filmkünstler in Deutschland. Seine Inszenierungen und Filme waren wegen ihrer politischen und künstlerischen Radikalität oft umstritten. Nach dem Tod Christoph Schlingensiefs herrscht Trauer und Bestürzung
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Geboren wurde er am 24. Oktober 1960 in Oberhausen. Er wuchs nach eigenem Bekunden in einem "extrem kleinbürgerlichen Elternhaus" auf. Sein Studium der Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in München fand er zu langweilig - und brach es nach sieben Semestern ab. Lieber drehte er Filme, unter anderem "Das deutsche Kettensägenmassaker", "Terror 2000" und "Die 120 Tage von Bottrop - Der letzte Neue Deutsche Film". 1996 war Schlingesief erster Aufnahmeleiter bei der ARD-Soap "Lindenstraße", wo er "grauenhafte Erfahrungen" machte, wie er sagte. 1993 debütierte er als Regisseur an der Berliner Volksbühne. Später war er als Hausregisseur tätig war. Er führte Schauspieler, Behinderte und Laien zu einer Truppe zusammen. Sein Stück "Schlacht um Europa" wurde 1997 von "Theater Heute" zum besten deutschsprachigen Stück gekürt. Zu einem Eklat kam es bei der Documenta 1997, als Schlingensief das Plakat "Tötet Helmut Kohl!" präsentierte.

Provokante Kunstaktionen
Schlingensief mischte auch in der Politik mit: 1998 trat er mit seiner Partei "Chance 2000" zur Bundestagswahl an und machte mit Aktionen wie "Anti-Kanzler-Baden" am Wolfgangsee in Österreich, dem Urlaubsort des damaligen Kanzlers Helmut Kohl, auf sich aufmerksam. Ziel war es, mit Getreuen den Wolfgangsee zum Überlaufen zu bringen. Mit der Aktion "Ausländer raus - Bitte liebt Österreich" vor dem Wiener Opernhaus sorgte er ebenfalls für Schlagzeilen. In Anlehnung an "Big-Brother" waren in Baucontainern Asylbewerber untergebracht. Der Sieger bekam die Option, durch Heirat österreichischer Staatsbürger zu werden.

Insgesamt habe er knapp 80 Stücke, Theater und Aktionen - ohne die ganzen Filme und Installationen, Objekte, Bilder und Skulpturen - geschaffen, sagte Schlingensief Anfang Januar 2010. Er sei stolz auf das Archiv, das seine Freunde erstellt hätten. Die filmischen Arbeiten hätten immer im Zentrum seines Denkens gestanden. "Ich glaube, es geht nichts verloren. Das hab' ich als größte Erleichterung."

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Sendehinweis
Ein Abend für Christoph Schlingensief:

"Kulturzeit extra zum Tod von Christoph Schingensief"
Dienstag, 24.08.2010
ab 22.25 Uhr auf 3sat

"Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir"
Produktion der Ruhrtriennale im Haus der Berliner Festspiele 2008
Dienstag, 24.08.2010
um 23.10 Uhr auf 3sat

"The African Twintowers"
Dienstag, 24.08.2010
um 00.40 Uhr auf 3sat
Reihe
© Thomas GoergeDer afrikanische Blick
Christoph Schlingensiefs "Via Intolleranza II"
Mediathek
VideoEin Festspielhaus in Afrika
Christoph Schlingensief auf Ortsbesichtigung in Kamerun (29.01.2009)
Mediathek
VideoGero von Boehm begegnet...
Gespräch mit Christoph Schlingensief (29.01.2010)
Mediathek
VideoKulturzeit-Interview mit Christoph Schlingensief (16.09.2008)
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