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Archiv & Vorschau
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Kulturzeit heute
19. Juni 2013
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Bei Cécile Schortmann lässt gute Kunst alle Sinne vibrieren. Aber auch tolle Musik berührt unsere Moderato-
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© dpa Lupe
"Wir halten das Archiv seit 1998 überwiegend durch private Spenden und viel ehrenamtliche Arbeit am Leben", so der Leiter des Jugendarchivs, Klaus Farin.
Jugend, Szene, Subkultur
Jugendarchiv kämpft ums Überleben
"Sind alle Skins rechts? Sind alle Hip-Hopper Gangster? Das Berliner Archiv der Jugendkulturen liefert Antworten auf genau diese Fragen. Seit 1998 betreibt es eine umfangreiche Jugendforschung, berät Kommunen, Institutionen und Vereine. Nun steht das Archiv vor dem Aus.
Klaus Farin studiert die Jugend seit nunmehr zwölf Jahren. Er hat das Archiv der Jugendkultur gegründet, erklärt der Welt, was Grufties, Rapper oder Raver sind, den Einfluss der Migrationskulturen, oder welche Comics angesagt sind. Doch weil das Geld vom Staat nur spärlich und projektbezogen fließt, musste man das Haus jahrelang privat subventionieren.

Farin: "Nur Anerkennung, die nichts kostet"
Lupe
Klaus Farin: "Die schließen auch andere Jugendinstitutionen."
"Jugendkultur steht generell nicht so auf der Agenda der Politik", sagt Farin. "Die schließen auch andere Jugendinstitutionen. Wir bekommen immer viel Anerkennung - aber immer nur Anerkennung, die nichts kostet." Dabei ist das Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter groß. Sie wollen allerdings nicht nur ein umfassendes Bild von der Jugendkultur vermitteln. An Schulen geben sie auch Workshops zu allem, was Jugendliche interessiert. Immer im Mittelpunkt steht die Aufklärung über Themen wie Vielfalt und Toleranz, Rechtsextremismus und Antisemitismus.

Klaus Farin beklagt, dass über die Jugend nur dann geredet werde, wenn etwas passiert, wie etwa bei der Loveparade. Zu schnell entstünde ein Bild von Jugendlichen, die nur Spaß im Kopf hätten, Alkohol und Drogen konsumieren und nur an sich denken. Dieses Bild sei fragmentarisch und falsch. "Wir haben eigentlich eine der bravsten Jugendgenerationen, die wir je hatten", so der Jugendforscher. "Zum Beispiel nur noch 18 Prozent der Mädchen rauchen. Das hatten wir noch nie. Fünf Prozent der Jugendlichen konsumieren illegale Drogen." Auch Extremismus oder Jugendgewalt seien eher ein Minderheitenphänomen, sagt Farin. "Es ist nicht so, dass Rechtextremismus nicht boomt oder Jugendgewalt boomt. Gott sei Dank stagniert es auf niedrigem Niveau. Natürlich ist jede einzelne Gewalt eine Gewalt zu viel. Aber das öffentliche Bild wird immer schlimmer, immer brutaler", so Farin. Und das "ist definitiv falsch".

Allein für die Aufklärung, die das Archiv über extreme Jugendkulturen leistet, müsste es vom Berliner Senat Geld regnen. Tatsächlich aber fehlen dem außerordentlichen Hort der Jugend 88.000 Euro, um die Arbeit fortzuführen. Bis zum 31. Oktober 2010 muss man sich entscheiden, ob man den Mietvertrag verlängert oder kündigt. Es wäre ein herber Verlust, wenn diese verdienstvolle Institution ihre Pforten schließen müsste.

Sondersendung
"Kulturzeit kompakt"
vom 12.07. bis zum 13.08.2010
montags bis freitags, um 19.20 Uhr

Wiederholungen:
um 22.15 Uhr im ZDFtheaterkanal
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JugendKULTur
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