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Der interaktive Charakter des Fern-
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© dpa Lupe
Per Volksentscheid wird die Zukunft des Hamburger Schulsystems besiegelt.
Non scholae, sed vitae discimus
Volksentscheid über Hamburger Schulreform
Aufgeheizte Stimmung in Hamburg: Am 18. Juli 2010 wird die Bevölkerung der Hansestadt über die Zukunft ihres Schulsystems abstimmen. Kritiker befürchten schon den Niedergang der Gymnasien.
Bei dem Volksentscheid können die Bürger zwischen zwei verschiedenen Modellen wählen: Auf der einen Seite stehen die Befürworter des aktuellen Schulsystems, die Initiative "Wir wollen lernen". Sie beharren auf dem System mit vier Jahren Grundschulzeit und dem nachfolgenden Recht der Eltern, die weiterführende Schule des Kindes allein zu bestimmen. Diese Regelung hatte in den letzten Jahren oft zur Folge, dass bis zu einem Drittel der Kinder in die falsche Schule einsortiert wurde - nicht nur an Gymnasien, sondern auch an Haupt- und Realschulen.

Primarschule als neues Lernkonzept
Das neue Modell der Primarschule will genau das verhindern. Nach den Vorstellungen des Parlaments werden aus den Grundschulen Primarschulen gebildet, die ein neues Lernkonzept vermitteln sollen. In den ersten drei Jahren der Grundstufe sollen die Kinder die Grundlagen im Lesen, Schreiben, Mathematik und Englisch vermittelt bekommen. In der Unterstufe von Klasse vier bis sechs sollen die bestehenden Fächer vertieft und durch Gesellschafts-, Naturwissenschaften und Technik ergänzt werden. Weiterhin will man die Klassengröße gesetzlich festlegen.

Nach der Primarschule können die Eltern frei entscheiden, ob ihr Kind auf eine sogenannte Stadtteilschule oder ein Gymnasium wechseln soll. Beide Formen ermöglichen das Abitur. So kann man die Hochschulreife in einem Gymnasium nach zwölf Schuljahren erreichen, in der Stadtteilschule lernt man ein Jahr länger.

Schüler individueller fördern
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Mit der Reform sollen Lehrer mehr auf ihre Schüler eingehen können.
Doch der Volksentscheid zur sechsjährigen Primarschule ist nur ein kleiner, wenn auch wichtiger Teil der Hamburger Schulreform. Grundsätzlich soll es bei der bildungspolitischen Umstrukturierung darum gehen, gleiche Chancen für alle Schüler zu schaffen. Weg vom Frontalunterricht hin zu mehr Selbstständigkeit. Es gilt, schwächere Schüler gezielt zu unterstützen und stärkere Kinder zu fördern - zum Beispiel mit individualisierten Lernzielen, die am Ende eines Halbjahres überprüft und in einem Gespräch zwischen Lehrern, Schülern und Eltern besprochen werden.

Die Gegner der Reform befürchten durch die verlängerte Primarschule eine Benachteiligung guter Schüler und das Ende der Gymnasien. Außerdem halten sie die Reform für zu teuer. Um auf die neue Schulsituation einzugehen, sollen im Rahmen der Reform 970 neue Lehrkräfte eingestellt werden. Insgesamt würden sich die Kosten der gesamten Schulreform bis 2016 auf rund 427 Millionen Euro belaufen.

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"Kulturzeit kompakt"
vom 12.07. bis zum 13.08.2010
montags bis freitags, um 19.20 Uhr

Wiederholungen:
um 22.15 Uhr im ZDFtheaterkanal
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