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Moderation
Tina Mendelsohn
Der interaktive Charakter des Fern-
sehinterviews reizt Tina Mendelsohn immer wieder. Idealerweise entwickelt sich dort ein Gespräch mit einem echten Erkenntnisgewinn, sagt sie.
© dpaLupe
Ein Rasen, auf dem mittelfristig nur Gras wächst: bizarr.
Rasenpflege
Infobox eröffnet - Schloss lässt auf sich warten
Ein bisschen ist es wie bei "Warten auf Godot": das Richtfest für die Berliner Humboldtbox. Senatorin Ingeborg Junge Reyer, Schloss-Architekt Frank Stella, Hermann Parzinger von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz - sie alle feiern unbeirrt den Bau der Info- und Aussichtsplattform für ein Stadtschloss, das fürs Erste weggespart ist. Feierliche Blicke auf einen Rasen, auf dem mittelfristig nur Gras wächst: bizarr.
Hat sich wohl auch Bundesbauminister Peter Ramsauer gedacht und einen Vorschlag gemacht: Der Platz soll bis zum Schlossbau-Beginn anderweitig genutzt werden. Kulturell zum Beispiel. Man könne hier doch ein Globe Theater aufstellen, so wie in London.

Zufall oder nicht - in Potsdam Babelsberg steht so ein Theater wie aus Shakespeares Zeiten herum. Roland Emmerich hat es für die Dreharbeiten für seinen Film "Anonymous" bauen lassen und will es nun verschenken. Die Berliner Shakespeare Company hat Interesse angemeldet. Christian Leonard von der Shakespeare Company Berlin, erklärt: "Man hat uns das Theater angeboten. Und wir würden es gerne nehmen, wenn wir eine guten Standort finden. Wir freuen uns über die Initiative des Bundesbauministers Ramsauer. Und sollte es sich mit vereinten Kräften stemmen lassen, dann machen wir das."

Alternative Globe-Theater?
Schon lange kämpft Christian Leonhard für ein Globe-Theater. So kurz davor, es wirklich aufzustellen, war er noch nie. Auf der Wiese soll es stehen. Aber noch gehört der Schlossrasen dem Land Berlin. Und das hat Vorbehalte gegen die Ideen von Bauminister Ramsauer. Dieser wolle nur von der Schlossverschiebung ablenken. "Provisorien neigen dazu, nicht nur in Berlin, zu Dauereinrichtungen zu werden", sagt Matthias Gilles, Sprecher des Senats für Stadtentwicklung, Berlin. "Das Atomium in Brüssel ist ein 50-jähriges Provisorium, der Eiffelturm ein 100-jähriges. Wir wollen keine Provisorien, die die Idee, die hier an diesem Ort entstehen soll und deretwegen hier lange Diskussionen stattgefunden haben, in Frage stellt. Naürlich gibt es auch Möglichkeiten, den Platz zu gestalten. Aber wir wollen keine Vorfestlegung."

Die Idee, Emmerichs Shakespeare-Theater auf den Schlossplatz zu stellen, findet Manfred Rettig von der Stiftung Stadtschloss zumindest diskutierenswert. Bei ihm sind indes schon mehr Anfragen eingegangen: Unter anderem haben ein Musical und ein Riesenradbetreiber den Finger gehoben. Aber die Stiftung wünscht sich ein Konzept, das den historischen Ort reflektiert, wie Manfred Rettig, Vorstand der Stiftung Stadtschloss, erklärt: "Ich würde gerne den Ort nutzen, dass wir eine Transformation des Ortes hinkriegen. Das ist sehr gut gelungen beim Reichstag damals mit Christos Verhüllung." Etwas Ähnliches solle es sein. "Diese Veränderung in Form eines künstlerischen Konzepts zu verifizieren, das halte ich für eine gute Lösung." Die Diskussion übers Schloss hat sich im Moment also auf den Rasen verlagert. Vielleicht kann man dann demnächst von der Humboldtbox auf ein Kunstwerk schauen, das Christos Reichstagsverhüllung Konkurrenz macht.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
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