Dorothea Buck, 93 Jahre, Bildhauerin, hat den Rassenwahn am eigenen Leib erfahren. Sie fühlt sich benachteiligt, weil sie nicht als Verfolgte anerkannt wurde. Dorothea Buck ist 19 Jahre alt, als die Ärzte bei ihr eine schizophrene Psychose diagnostizieren. Sie gilt als "geisteskrank" - behindert. Im Herbst 1936 wird sie zwangssterilisiert. "Es war alles zertrümmert, meine ganze Lebenshoffnung, mein ganzer Lebensentwurf", erinnert sich Buck. "Ich wollte Kindergärtnerin werden. Und dann wollte ich heiraten und eigene Kinder haben, das war alles kaputt.“ Geisteskrank, minderwertig, lebensunwert: Als Zwangssterilisierte darf sie keinen normalen Beruf erlernen. Ihr Glück: Eine Bildhauerin nimmt sich ihrer an. Eine ihrer ersten Arbeiten heißt "Der Schmerz".