Wir haben keine Macht über die Finanzmärkte und erst Recht keine Macht über die Natur. Seit dem 20. April sprudeln unvorstellbare Mengen von Öl ins Meer. Wenn keiner es aufhält, wird das vier Jahre so weitergehen, sagen Experten. Das sprudelnde Öl ist zum Symbol geworden für unsere Machtlosigkeit. Wir leben in einer vom Öl besoffenen Welt. Benzin, Lack, Plastik. Wir sind Junkies des Ölzeitalters. Und die Konzerne machen weiter satte Gewinne. Für die könnte es kaum besser laufen. Der Ölpreis wird weiter steigen und mit jedem Nippes, den wir kaufen, geht der Irrsinn weiter. Nach uns die Ölpest? Das tückische am Öl ist sein doppelgesichtiges Wesen: Rohstoff und Währung zugleich. Das macht es zu einem mimosenhaften Ungeheuer, das Krisen erzeugen, Währungen stürzen und politische Systeme ins Wanken bringen kann. Ein Spiel mit dem Feuer. Ölpreis rauf, Ölpreis runter, eine virtuelle Welt, die sich jedem Regelwerk entzieht.