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Die Bundeswehr habe in einem Einsatz wie in Afghanistan auch "mit Tod und Verwundung zu leben", so der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes
Helden geehrt
Kanzlerin verleiht Tapferkeitsmedaille an Soldaten
Erstmals in der 50-jährigen Geschichte der Bundeswehr sind am 6. Juli 2009 vier Soldaten mit einem "Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit" ausgezeichnet worden. Angela Merkel und Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung haben die Medaillen im Kanzleramt überreicht.
Die vier ausgezeichneten Soldaten sind zwischen 28 und 33 Jahre alt. Die Hauptfeldwebel Henry Lukacz aus Jena, Jan Berges aus Siegen, Alexander Dietzen aus Kaiserslautern und Oberfeldwebel Markus Geist aus Würzburg waren teilweise bereits mehrfach im Ausland im Einsatz.

Die Soldaten hatten nach einem Selbstmordattentat in Afghanistan im Oktober 2008 unter Einsatz ihres Lebens alles getan, um das Leben anderer Soldaten sowie afghanischer Kinder zu retten. Angela Merkel betonte, die Auszeichnung werde stellvertretend für den Einsatz vieler anderer Bundeswehrsoldaten verliehen. "Unsere Soldaten müssen für ihren Einsatz mehr Anerkennung finden", forderte sie.

Vorsichtiger Umgang mit Symbolen
Kritiker beklagen, dass das neue "Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit" an das Eiserne Kreuz und den Zweiten Weltkrieg erinnere. Der Bundeswehrverband verteidigte indes die Verleihung. Die Bundeswehr habe durch die Prinzipien des Staatsbürgers in Uniform und der Inneren Führung mit der Wehrmacht "überhaupt nichts am Hut", so der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch. Er sei durchaus dafür, aufgrund der deutschen Vergangenheit vorsichtig mit bestimmten Symbolen umzugehen. "Aber eine Nation, die keine Symbole hat, die ist arm dran", sagte er auf "N24".

Die Auszeichnung beschreibe zudem in gewisser Hinsicht die neue Rolle der Bundeswehr als einer "Einsatzarmee". Und die habe in einem Einsatz wie in Afghanistan auch "mit Tod und Verwundung zu leben". Dies bedeute, dass ein Soldat mitunter auch "sein Leben in die Waagschale werfen" müsse. Auch Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hatte den Entschluss für einen neuen höchsten Orden im Oktober 2008 mit der gestiegenen Gefahr für Leib und Leben in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr begründet.

Keine Mindestdienstzeit als Voraussetzung
Das Ehrenkreuz für Tapferkeit gleicht dem Ehrenkreuz in Gold, das nach 20 Jahren Dienstzeit als Lohn für Treue und Pflichterfüllung verliehen wird. Im Unterschied zu den bisherigen Ehrenkreuzen wird für die neue Tapferkeitsauszeichnung keine Mindestdienstzeit vorausgesetzt: Bisher hatte die Bundeswehr eine Ehrenmedaille für sieben Monate Dienstzeit sowie die Ehrenkreuze in Bronze, Silber und Gold für 5, 10 beziehungsweise 20 Jahre Dienstzeit vergeben. Außerdem gibt es ein "Ehrenkreuz für besonders herausragende Leistungen", das sich von den Dienstzeit-Ehrenkreuzen durch eine rote Umrandung abhebt. Es wird für "hervorragende Einzeltaten soldatischer Pflichterfüllung" in Silber oder Gold verliehen - je nachdem, ob bei dem zu ehrenden Ereignis die Gesundheit oder das Leben des Soldaten gefährdet war oder nicht. Außerdem gibt es seit 1996 Einsatzmedaillen der Bundeswehr, mit denen Auslandseinsätze je nach Dauer der Stationierung gewürdigt werden.

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