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Moderation
Ernst A. Grandits
Sein kulturelles Interesse ging immer schon weit über den Fernsehbereich hinaus: "Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit - und beiden die Kulturzeit", sagt Ernst A. Grandits.
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© Reuters Lupe
Am 28. Juni 2009 demonstrieren Oppositionsanhänger in Teheran
Auf die Straßen
Opposition in Iran
In Iran hat die Nachzählung von zehn Prozent der Wählerstimmen zur Präsidentschaftswahl begonnen. Der unterlegene Oppositionskandidat Mir Hussein Mussawi hat eine Teilnahme an der Auszählung abgelehnt. Er halte den Wächterrat für parteiisch, sagte Mussawi und fordert weiter Neuwahlen. Seine Anhänger gehen täglich erneut auf die Straßen. Aus Iran versorgen auch die Angehörigen und Freunde von Exiliranern die Welt mit Informationen zur Lage im Land.
Sie tragen das Schwarz der Trauer, die Gesichter sind übernächtigt. Am Tisch sitzt Familie Makhmalbaf, Vater und Kinder gehören zu den berühmtesten Filmemachern des Iran. Der Vater ist 2005 im Exil und seit kurzem Sprecher des iranischen Oppositionsführers Mussawi. Eine Tochter ist vor kurzem aus Teheran nach Paris gekommen. Die Kinder sagen, die Iraner in Iran hätten den Vater beauftragt, eine Videobotschaft ins Land zu schicken, mit den Worten: "Präsident Mussawi - gib dem Volk den Befehl, auf die Straße zu gehen. Bringe das Volk dazu, zu handeln. Denn sonst gewinnen die Wahlbetrüger, die nur Zeit kaufen wollen."

Das Regime droht den Bürgern mit aller Härte
Minuten nach der Veröffentlichung im Internet kursiert die Rede im Iran, neben den unzähligen Bildern der Gewalt auf Irans Straßen. Einige Straßenzüge der Hauptstadt gleichen Kriegsschauplätzen. Trotz Demonstrationsverbot sammeln sich immer wieder Protestgruppen. Polizisten schlagen Passanten. Augenzeugen berichten, dass es mittlerweile verboten ist, auf der Straße stehenzubleiben. Eine schwangere Frau wird in einen Krankenwagen gehoben. Die Menge ist ohnmächtig vor Wut. Ein wohl toter Mann liegt auf der Straße. Gerüchte sagen, dass die Verletzten verschleppt werden. Die ganze Stadt riecht inzwischen nach Feuer - Teheran riecht nach Krieg. Milizen zerschlagen Haustüren und Fensterscheiben, sie werfen Tränengas in die Häuser und bedrohen ganz normale Bürger - klingeln und schüchtern ein.

Die Familie bekommt Nachrichten von einer Handvoll von Mussawi-Vertrauten. Doch jeden Tag werden es weniger Anrufe. Und jeden Tag verlieren sie den Kontakt zu einem Augenzeugen. Einen, der im Iran organisiert, anführt und zum Protest aufruft. Auf die Frage, wie es weitergehen soll, antwortet Mohsen Makhmalbaf, dass jeder zivilen Ungehorsam üben werde. Er meint, dass Regime könne nicht bis in alle Ewigkeit SMS sperren, Handys abschalten und das Internet runterfahren. Die Welt denke, die Iraner würden in einem Hundert-Meter-Lauf siegen. Doch das Ganze werde ein Marathon werden. Nur der, der einen Marathon liefe, sei ein wahrer Läufer.

Mussawi anerkennen
Am 26. Juni 2009, so berichten Augenzeugen, sollen die Protestrufe von den Dächern am lautesten gewesen sein. Sie rufen "Gott ist der Größte" und meinen damit, dass Gott größer ist als alle Diktatoren. Am Morgen danach sind manche Dächer verwüstet. Ein Einwohner erzählt, Milizen hätten Klimaanlagen und Satellitenschüsseln zertrümmert. Das Regime beschuldigt das Ausland, hinter den Unruhen zu stecken.

"Ahmadinedschad hat die Wahl verloren und sich dann mit einem Staatsstreich zum Präsidenten ernannt", sagt Mohsen Makhmalbaf. "Doch der legitime Präsident des Iran ist Herr Mussawi. Wir wollen, dass die Welt Ahmadinedschad nicht anerkennt." Ein letztes Bild erscheint im Internet. Es zeigt grüne Luftballons, die über Teheran fliegen. Grün ist die Farbe der Opposition. In diesem Moment scheint die Stadt vollkommen ruhig.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags, um 19.20 Uhr
Mediathek
Das Gespräch mit Mohammad Farokhmanesh, Regisseur (29.06.2009)
Info
Mohammad Farokhmanesh hat in Iran und Hamburg Film studiert. In seinem mehrfach ausgezeichneten Werk "Fünf Leben in Iran" von 2007 liefert er erstaunliche und kritische Einblicke in den Alltag der Menschen in Iran. Derzeit ist er in Hamburg und in ständigem Kontakt mit seiner Familie und seinen Freunden in Iran.
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