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Kulturzeit heute
21. Mai 2013
  • Pulverfass Mitrovica - Das Kosovo bleibt ein Schmuddelkind
  • 3sat-Preis Theatertreffen
  • Kulturelle Bildung
Moderation
Ernst A. Grandits
Sein kulturelles Interesse ging immer schon weit über den Fernsehbereich hinaus: "Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit - und beiden die Kulturzeit", sagt Ernst A. Grandits.
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© dpa Lupe
Trotz des Verbots demonstrieren in Teheran Hunderttausende
Aufstand der Jugend
Hunderttausende demonstrieren in Iran
Die Hoffnung auf ein Machtwechsel im Iran ist mit einem Schlag geplatzt. Wer gegen den Wahlausgang protestiert, bekommt die volle Härte des Regimes zu spüren. Mit Knüppel, Tränengas und roher Gewalt gehen die Militärs gegen Demonstranten vor. Die Jugend lehnt sich auf gegen Wahlmanipulation und die alte Macht der Mullahs.
Die Proteste gegen seinen Wahlsieg sind für den alten und neuen Präsidenten Ahmadineschad nicht der Rede wert. Er bezeichnet das Ergebnis der Wahl als Triumph der Demokratie und als Beginn einer neuen Ära in der Geschichte der iranischen Nation. Genau das und nichts Anderes soll die Welt erfahren. Es sind Worte und Bilder, die für viele wie purer Zynismus klingen.

Wahlbetrug? Keine Beweise, aber zumindest Indizien
Der Vorwurf der Demonstranten an den alten und neuen Präsidenten lautet: Wahlbetrug und Manipulation im großen Stil. Dafür gibt es zwar keine Beweise - aber zumindest Indizien. Die Wahlbeteiligung war hoch. In den Umfragen lagen der Hardliner Ahmadinedschad und sein Herausforderer Mussawi noch Kopf and Kopf. Am Wahltag selbst bekam Ahmadinedschad dann die überwiegende Mehrheit der Stimmen - 62 Prozent. Viele Mussawi-Wäher fragen sich da, wo ihre Stimmen geblieben sind.

"Allah ist groß", rufen sie. "Tod dem Diktator" schallt es von den Straßen. Die Rufe der Oppositionsanhänger erinnern an die Zeit der Islamischen Revolution. 1979 jagten die Menschen den Schah aus dem Land. Der geistige Führer Ajatollah Chomeini etablierte den Gottesstaat. Die islamische Republik sollte vom geistigen Oberhaupt geführt und von der Masse des Volks gestützt werden. Heute hat das Volk in politischen Fragen nicht mehr viel zu sagen. Auch das Parlament ist nur bedingt entscheidungsfähig. An den Schalthebeln der Macht sitzen religiöse Führer, die Mullahs und das Militär haben das Land fest im Griff.

Bislang schaute ihnen dabei im Land niemand auf die Finger. Die Jugend Irans galt lange Zeit als unpolitisch. Doch jetzt wollen sie sich der Macht der alten Männer nicht mehr länger beugen. Rund 70 Prozent der Bevölkerung sind unter 30 Jahre alt. Im Kollektiv zeigen sie ihre Stärke. Trotz des Verbots sind heute Hunderttausende auf die Straße gegangen. Wie lange kann die Alleinherrschaft der Mullahs dem Freiheitsstreben der Jugend in Iran noch standhalten?

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags, um 19.20 Uhr
Gespräch
Das Gespräch mit der Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur (15.06.2009)
3sat-Themenwoche
Im Fokus: Iran - 30 Jahre nach der islamischen Revolution
Reihe
Post aus Teheran - Kamran Safiarian berichtet exklusiv für "Kulturzeit" aus dem Iran
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