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© ap Lupe
Die Tätigkeit der Stasi in der BRD ist weitgehend unerforscht
Die unterwanderte Republik
Die Aktivitäten der Stasi in der BRD
Ein Archiv birgt politischen Sprengstoff. Der jüngste Fund der Stasi-Unterlagen-Behörde ist die Akte von Karl-Heinz Kurras. Und die belegt: Der Polizist, der 1967 den Studenten Benno Ohnesorg erschossen hat, war ein Spitzel des DDR-Geheimdienstes. Muss nun die jüngere deutsche Geschichte umgeschrieben werden?
Der Mord an Benno Ohnesorg war für viele Studenten eine Initiation: Die Bundesrepublik - ein Staat, den man bekämpfen muss. Wie weit war die Stasi darin verstrickt?

Mittlerweile wird immer deutlicher: Der Staatssicherheitsdienst der DDR mischte von Anfang an mit, als in der jungen BRD die Studentenbewegung ins Rollen kam. Unter der protestierenden Studentschaft wurden reihenwiese "Perspektiv-IM" angeworben - in Hinblick auf ihre spätere Tätigkeit "in feindlichen Objekten".

Nur Umrisse der Unterwanderung
Nicht nur die Universitäten, die Politik, die Wirtschaft - alle Institutionen waren interessant. Parteien sollten unterwandert, informelle Mitarbeiter an Schlüsselstellen in Unternehmen platziert werden. Der spätere Nato-Topspion "Topas" wurde 1968 nach einer Studentendemonstration in Mainz angeworben. Dem Perspektiv-IM wurde das Studium bezahlt. Nur wieviele gab es eigentlich?

Bis heute ist die Tätigkeit der Stasi in Westdeutschland weitgehend unerforscht. Auch die Birthler-Behörde hat sich mit der Untersuchung der Westaktivitäten merklich zurück gehalten. Wie weit die Einflussnahme des DDR-Geheimdienstes in den westdeutschen Institutionen wirklich ging, ist bisher nur in Umrissen erkennbar.

Wenig hat sich die westdeutsche Öffentlichkeit bisher für die eigenen Stasi-Verstrickungen interessiert. Vielleicht bietet der Fall Kurras ja den Anlass dafür. Denn: Auch die Bundesrepublik Deutschland hat eine Stasi-Vergangenheit.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags, um 19.20 Uhr
Gespräch
Das Gespräch mit dem Historiker Hubertus Knabe (02.06.2009)
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