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© AP
Dass seine Figur des James Bond bis heute begeistert, hätte sich wohl selbst der fantasiereiche Fleming nicht träumen lassen.
Ein wahres Agentenleben
Der James-Bond-Erfinder Ian Fleming
Schwarz und Weiß, Gut und Böse - in der Welt des Ian Fleming gibt es keine Kompromisse. Auch seine berühmteste Kreation, der Geheimagent James Bond, ist heimisch in dieser Kulisse. Unbeirrbar bekämpft er gegnerische Spione, waghalsig stürzt er sich in jedes Abenteuer - und das alles im Namen der britischen Krone. Inspiration fand der Autor Fleming im eigenen Leben, in dem er so manche Geheimagenten-würdige Erfahrung sammelte. Vor 50 Jahren, am 12. August 1964, starb Ian Fleming.

Die Geburt des James Bond
Es sollte allerdings noch einige Jahre dauern, bis Fleming sich ganz der Schriftstellerei verschreiben konnte. Erst 1959, sechs Jahre, nachdem sein Erstlingswerk "Casino Royale" erschienen war, gab Fleming sein Amt als Leiter des Auslandreferats des Kemsley-Zeitungskonzens auf. Von nun an drehte sich alles um "007". In den 13 Werken, die er bis zu seinem Tod 1964 verfasste, bediente sich Fleming immer wieder Menschen aus dem echten Leben. So gilt der Architekt Ernö Goldfinger als Namensgeber für den gleichnamigen Film, nicht gerade zur Freude der realen Person, der sich nicht gerne als Vorlage für einen der größten Bösewichte der Filmgeschichte sah. Auch die Idee für seinen ersten Roman, in dem Bond einen feindlichen Spion im Casino dazu bringt, sein Vermögen zu verspielen, ist aus dem wahren Leben gegriffen. Fleming selbst fand sich in einer ganz ähnlichen Situation im Casino von Estoril, nur dass sein Plan diesmal nicht aufging und er selbst seinen Einsatz verlor.


Hinter den Kulissen
Privat führte der Schriftsteller ein Leben nicht unähnlich dem seines Titelhelden. Gemeinsam mit Frau und Sohn verbrachte er die Sommer im Londoner Villenviertel Belgravia, im Winter zogen sie sich in ein Ferienhaus auf Jamaika zurück. Dort führte Fleming keineswegs ein tristes Leben am Schreibtisch. Zwischen Martinis, Harpunenfischen und Frauen schrieb er täglich 2000 Worte am neuen Abenteuer seines Agenten. So schaffte er es, trotz eines genussvollen Lebensstils, durchschnittlich jedes Jahr ein Buch fertigzustellen. 13 Bond-Romane wurden es, doch erst die Verfilmungen brachten den ganz großen Publikumserfolg. Der Verkauf der Bond-Bücher erlebte danach einen rasanten Boom. Die Premiere des dritten Films "Goldfinger" sollte Ian Fleming nicht mehr erleben: Mit nur 56 Jahren erlitt er einen Herzinfarkt. Dass seine Figur des James Bond bis heute begeistert, hätte sich wohl selbst der fantasiereiche Fleming nicht träumen lassen.

Film
© SonyEin Bond für alle Fälle
50 Jahre James Bond auf der Kinoleinwand (2012)