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Kulturzeit heute
27. Mai 2016
Moderatoren
Tina Mendelsohn
Der interaktive Charakter des Fern-
sehinterviews reizt Tina Mendelsohn immer wieder. Idealerweise entwickelt sich dort ein Gespräch mit einem echten Erkenntnisgewinn, sagt sie.
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Da, da & da
Kulturelle Höhepunkte des Wochenendes
Lesung, Ausstellung, Konzert, Theater und vieles mehr - unsere Kulturzeit-Reporter sind dabei und berichten, was am Wochenende so los war ...
Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs
"Rette die Welt!" fordert die Berliner Schaubühne. Wer ist gemeint? Wir alle? Im Rahmen eines möglichen Rettungsprogramms hatte am Wochenende ein Stück des Schweizer Theatermachers Milo Rau Premiere: "Mitleid, die Geschichte des Maschinengewehrs". Miriam Böttger war für uns vor Ort. Rau ist eine Art Tausendsassa des politisch engagierten Theaters. Für seine Projekte recherchiert er an den Krisenherden der Welt. In seinem neuen Stück will er unseren europäischen Humanismus-Begriff und dessen Verlogenheit zur Diskussion stellen, und das in Form zweier Monologe.
Theater
"Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs"
von Milo Rau
Schaubühne Berlin
Regie: Milo Rau
Uraufführung: 16.01.2016
Weitere Aufführungen:
29., 30. und 31.01.2016
10., 11. und 14.02.2016

Im Zentrum steht die Schauspielerin Ursina Lardi, die eine hoch nervöse und zynische Frau namens Ursina Lardi spielt. Sie räsoniert über die aktuelle Flüchtlingskrise, die bei ihr keinerlei Mitgefühl auslöst. Dann erzählt sie von ihren traumatischen Erfahrungen als junge NGO-Mitarbeiterin im Kongo. Bei einer Massenerschießung muss sie tatenlos zusehen, mit ihrer Arbeit diente sie nur den Falschen. Die Schauspielerin Consulate Siperius ist die zweite Person auf der Bühne. Mit ihrer realen Geschichte als Völkermord-Überlebende, die von Belgiern adoptiert wurde, fungiert sie als Zeugin aus Afrika. Für Rau ist der afrikanische Kontinent der wahre Sündenfall Europas. Er will, dass seine Zuschauer als veränderte Menschen aus dem Theater gehen. Dazu setzt er Mittel ein, die manchmal wenig subtil und moralisierend sind, zu sehr 1:1. Sein Stück ist trotzdem sehenswert.

Karel Appel
© dpa Lupe
Kerstin Edinger hat einen Blick über die deutsche Grenze ins Gemeentemuseum in Den Haag geworfen: Karel Appel, einer der ganz Großen der zeitgenössischen niederländischen Malerei, wird hier mit einer Retrospektive geehrt - das ist ein nationales Ereignis. Appel, der wilde, intuitive Künstler und Mitbegründer der Künstlergruppe "Cobra", soll mal gesagt haben: "Ich schmier' halt was zusammen". Darauf wurde er zeitlebens festgelegt. Dabei hat er in Wirklichkeit das Figurative nie aufgegeben. "Er ist besonders, weil er seine Karriere in dem Kontext einer Avantgarde machte, die total abstrakt war", sagt Kurator Franz W. Kaiser. "Nach dem Krieg, nach dem sozialistischen Realismus, Faschismus, war jede realistische Darstellung verdächtig."
Kunst
"Karel Appel"
Gemeentemuseum, Den Haag (NL)
bis 16.05.2016

Karel Appel blieb sich treu. Er war auf der Suche nach dem Unbewussten, nach dem Kern des Menschseins. Er ließ sich von Kinderzeichnungen und von der Kunst psychisch Kranker inspirieren. Grelle Farben und starke Konturen wurden zum Markenzeichen des mehrfachen documenta-Teilnehmers. In seinem Werk finden sich klassische Themen wie Akte, Landschaften und Porträts. Die Ausstellung zeigt aber auch eine andere Seite Karel Appels, die des strukturiert planenden Künstlers, der mit Skizzen und Vorzeichnungen arbeitete. Karel Appel war kein wild herumpinselnder, unüberlegter Künstler. Einen Großteil seiner Werke hat er minutiös geplant und sorgsam komponiert. Diese erste große allumfassende Retrospektive räumt mit dem alten Klischee endgültig auf. Die Ausstellung gibt einen neuen, frischen Blick auf Karel Appel in seinem zehnten Todesjahr. Er hat es verdient, auch über die Grenzen der Niederlande hinaus wieder entdeckt zu werden.

Dota - Lieder machen für unsere Zeit
© ZDF Lupe
Jutta Heeß war bei Dotas Tournee-Auftakt im ausverkauften Astra: Die Berliner Band hat ihr achtes Studioalbum "Keine Gefahr" vorgestellt. Früher nannten sich die Musiker "Dota und die Stadtpiraten", übrig geblieben ist nur noch der Vorname ihrer Sängerin Dota Kehr. Sie ist eigentlich approbierte Ärztin, verdient ihr Geld aber lieber als Liedermacherin. Oder: als Singer/Songwriter, wie es heutzutage gerne heißt. Ganz in Liedermacher-Tradition singt Dota sowohl über aktuelle politische als auch über alltägliche Ereignisse. Immer pointiert.
Konzert
"Dota - Lieder machen für unsere Zeit"
Astra, Berlin
15.01.2016
Mediathek
Dota
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Dotas Sound ist eine angenehme Mischung aus Folk, Pop, Chanson und Elektroklängen. Ganz klar im Mittelpunkt steht Dotas warme Stimme und ihre Gitarre. Es sind vor allem die Texte voller Wortwitz und Tiefsinn, die den Liedern ihren Reiz und ihre Einzigartigkeit verleihen. Dota ist eine Selfmade-Band, die lukrative Angebote von Plattenfirmen bisher ablehnt. Dota wollen lieber unabhängig bleiben. Und nah am Publikum. Sympathisch nah.

Dota auf Tournee:
  • 19.01.2016: Freiburg, Jazzhaus
  • 20.01.2016: Jena, Kulturbahnhof
  • 21.01.2016: Dresden, Scheune
  • 02.02.2016: Leipzig, UT Connewitz
  • 03.02.2016: München, Ampere
  • 04.02.2016: Zürich, Bogen F
  • 05.02.2016: Basel, Parterre
  • 06.02.2016: Heidelberg, Halle02
  • 10.02.2016: Berlin, Lido
  • weitere Termine bis Juli 2016