Nach einem politischen Eklat hatte Marina Abramović im italienischen Pavillon Exil gefunden. Die Künstlerin, in Belgrad geboren, mit Vorfahren aus Serbien und Montenegro, war ursprünglich eingeladen worden, die Ehre Montenegros im jugoslawischen Nationalpavillon zu vertreten. Und sie hatte auch einen Entwurf ihrer Kunst-Aktion geschickt. "Aber dann: Schweigen, ein, zwei, drei Monate lang passierte nichts", erinnert sie sich. "Bis ich in den Zeitungen las, was der Kulturminister von Montenegro von sich gegeben hatte: Alles ein Missverständnis, ich sei gar nicht eingeladen. Die Kosten für meine Arbeit wären so groß, dass die armen Rentner in Montenegro nichts mehr zu essen hätten. Und überhaupt: In unserem Land gäbe es viel wichtigere Künstler. Plus: Mein Werk würde schlecht riechen. Ich fühlte michgrundlos angegriffen. Erst die Einladung, und dann diese Attacken. Das hat mich sehr verletzt."