Die Kulturzeit-Nachrichten
Kulturzeit-News vom Freitag, 12.01.2018
Basquiat-Gemälde "Untitled" kommt für sechs Wochen nach New York
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Das für gut 90 Millionen Euro versteigerte Gemälde "Untitled" des verstorbenen US-Künstlers Jean-Michel Basquiat bekommt eine eigene Ausstellung in New York. "Ich bin begeistert, Basquiats Meisterwerk nachhause nach Brooklyn zu schicken", sagte der japanische Unternehmer Yusaku Maezawa, der das Gemälde ersteigert hatte, laut einer Mitteilung des Brooklyn Museum. Dort soll das auf 1982 datierte Gemälde vom 26. Januar bis zum 11. März 2018 zu sehen sein. Maezawa hat "Untitled" im Mai für eine Rekordsumme beim Auktionshaus Sotheby's ersteigert - dem Auktionshaus zufolge der höchste Preis für die Arbeit eines US-Künstlers. Nach der Ausstellung soll das Gemälde dem Brooklyn Museum zufolge auf "Welttournee" gehen und seinen dauerhaften Platz dann im japanischen Chiba nahe Tokio finden, wo Maezawa ein Museum bauen lassen will.

Streit um Erfurter Moschee geht weiter
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Der erste Neubau einer Moschee in Thüringen kann beginnen. Die Stadt Erfurt habe den Bauantrag der Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat für ein Grundstück im Ortsteil Marbach genehmigt, sagte Ahmadiyya-Sprecher Suleman Malik am 12. Januar 2018 dem Evangelischen Pressedienst (epd). Über die Details der Genehmigung wie auch über mögliche Auflagen wollte die Gemeinde noch informieren. Der ursprüngliche Bauantrag sah ein acht Meter hohes Zierminarett und eine Kuppel mit einem Radius von drei Metern vor. Die Genehmigung stößt auf ein geteiltes Echo: Während Landesregierung und Evangelische Kirche die Entscheidung für das Gotteshaus im nördlichen Vorort Marbach begrüßten, lehnten CDU und AfD sie nachdrücklich ab. Die Landesregierung begrüße die Entscheidung für den Moscheebau in Erfurt, sagte Regierungssprecher Günter Kolodziej dem epd. Die Moschee werde die religiöse Vielfalt in Thüringen bereichern.

Hochhuth, Biermann & Co bitten Grütters für Kudamm-Bühnen
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Der Dramatiker Rolf Hochhuth und der Liedermacher Wolf Biermann haben Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) um die Rettung der Berliner Kudamm-Bühnen gebeten. "Es darf in Deutschland nicht möglich werden, bedeutende Kultureinrichtungen abzureißen, um Einkaufsmöglichkeiten zu vermehren", heißt es in einem Brief, den der Berliner Rechtsanwalt und frühere CDU-Abgeordnete Uwe Lehmann-Brauns verfasst hat. Zu den Mitunterzeichnern gehört neben Biermann und Hochhuth auch die Initiatorin des Holocaust-Mahnmals, Lea Rosh. "Mit der Zerstörung würde ein Stück deutscher und jüdischer Theatergeschichte vernichtet", heißt es in dem Brief. "Das Bild der Republik als Kulturstaat würde, wenn die Bagger über die Theater herfielen, unwiderruflich beschädigt."

Stiftung für Berliner Gedenkorte zur NS-Zwangsarbeit geplant
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In Berlin sollen Gedenkstätten, die an die Zwangsarbeit unter den Nationalsozialisten erinnern, in einer eigenen Stiftung zusammengefasst werden. Der Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Andreas Nachama, sagte am 12. Januar 2018 in Berlin, zurzeit werde erörtert, das NS-Dokumentationszentrum in Berlin-Schöneweide "zu einem Kompetenzzentrum zum Thema NS-Zwangsarbeit auszubauen". Ziel sei eine eigene Stiftung in den kommenden zwei Jahren. Mit der Gründung einer Stiftung würde ein Versprechen aus dem rot-rot-grünen Koalitionsvertrag des Berliner Senates umgesetzt, sagte Nachama. Bislang befindet sich das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide noch unter dem Dach der Stiftung Topographie des Terrors.

Lösegeld-Erpressung für Nolde-Gemälde gescheitert
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Nach einer gescheiterten Lösegeld-Erpressung haben die Täter ein 2014 aus einer dänischen Kirche gestohlenes Gemälde von Emil Nolde (1867-1956) ohne Zahlung zurückgegeben. Das auf einen Wert von 1,3 Millionen Euro geschätzte Bild "Christus zu Emmaus" sei am 22. Dezember 2017 in Gegenwart einer Mitarbeiterin der Nolde-Stiftung Seebüll an die Staatsanwaltschaft übergeben worden, teilte die Flensburger Polizei am 12. Januar 2018 mit. Vorausgegangen waren umfassende Ermittlungen. Im März 2014 war das Gemälde aus der Kirche in Ølstrup bei Ringkøbing entwendet worden.

Union und SPD wollen mehr Kultur für alle
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Die Spitzen von Union und SPD wollen mehr Menschen den Zugang zu Kultur ermöglichen - unabhängig von Einkommen und Herkunft, egal ob in Stadt oder Land. Das ist Kernpunkt des Sondierungsergebnisses im Bereich Kunst und Kultur, auf das sich beide Seiten in der Nacht zum 12. Januar 2018 verständigten. Zudem will sich eine mögliche große Koalition für den Erhalt von Meinungsfreiheit und Medienvielfalt einsetzen. Den freischaffenden Künstlern und Kreativen wird weiterer sozialer Schutz zugesagt. "Mit einer fortschrittlichen Kulturpolitik nach Innen und Außen fördern wir Dialog, Austausch, Verständigung und Kooperation und stärken den Zusammenhalt in einer offenen und demokratischen Gesellschaft", heißt es in dem insgesamt 28-seitigen Papier. Für die Kulturförderung des Bundes ist eine "Agenda für Kultur und Zukunft" geplant.

Geheimnis um Alter der Porta Nigra gelüftet
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Das Geheimnis um das Alter der Porta Nigra in Trier ist gelüftet: Das römische Stadttor wurde im Jahr 170 nach Christus gebaut - es ist also 1848 Jahre alt. Wissenschaftler haben bei einer Grabung an der römischen Stadtmauer nahe der Porta Nigra antikes Holz entdeckt, das genau datiert werden konnte. "Das ist ein Meilenstein für die Trierer Stadtgeschichte", sagte der Direktor des Rheinischen Landesmuseums in Trier, Marcus Reuter. Dort wurden am 12. Januar 2018 neue Forschungsergebnisse zur Datierung bekanntgegeben. Das "Schwarze Tor" gilt als das besterhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen und als ältestes Baudenkmal seiner Größe in Deutschland.

Greta Gerwig für US-Regiepreis nominiert
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Die Schauspielerin und Regisseurin Greta Gerwig hat mit ihrer Tragikomödie "Lady Bird" Chancen auf ihre erste Auszeichnung der US-Regisseursvereinigung. Die Directors Guild of America (DGA) nominierte die Kalifornierin und vier weitere Filmemacher am 11. Januar 2018 für den renommierten Preis. Gerwig ist erst die achte Frau, die von dem Regieverband nominiert wurde, nach Kolleginnen wie Barbra Streisand, Jane Campion und Sofia Coppola. Die DGA-Preise gelten als zuverlässiger Indikator für die spätere Oscar-Verleihung. 2017 hatte Damien Chazelle mit dem Filmmusical "La La Land" erst die DGA-Trophäe und dann den Regie-Oscar gewonnen. Neben Gerwig sind auch der Ire Martin McDonagh, der Mexikaner Guillermo del Toro, der Afroamerikaner Jordan Peele und der Brite Christopher Nolan nominiert.
Film
Musical-Magie
Damien Chazelles "La La Land" verzaubert das Publikum (2017)

Fatih Akins "Aus dem Nichts" gewinnt US-Kritikerpreis
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Der Film "Aus dem Nichts" des Hamburger Regisseurs Fatih Akin hat in Hollywood einen weiteren Preis gewonnen. Bei der Verleihung der Critics' Choice Awards in der Nacht zum 12. Januar wurde das NSU-Drama zum besten nicht-englischsprachigen Film gekürt. Es setzte sich in dieser Sparte unter anderem gegen die schwedische Satire "The Square", das französische Aids-Aktivisten-Drama "120 BPM" und das Kambodscha-Kriegsdrama "First They Killed My Father" von Regisseurin Angelina Jolie durch. Der Kriminalfilm "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri", der am 7. Januar den Golden Globe als bestes Filmdrama gewonnen hatte, holte drei Schauspiel-Auszeichnungen: für Hauptdarstellerin Frances McDormand, Nebendarsteller Sam Rockwell und für das beste Ensemble. Gary Oldman gewann mit seiner Darstellung von Winston Churchill in "Darkest Hour" nach dem Golden Globe nun auch den Kritikerpreis als bester Hauptdarsteller in einem Drama.

Neuer Film für Berliner Homosexuellen-Denkmal
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Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Berliner Tiergarten bekommt einen neuen Film. Ein internationales Gutachtergremium habe aus elf Vorschlägen das Konzept der israelischen Multimediakünstlerin Yael Bartana ausgewählt, teilte die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas am 11. Januar 2018 in Berlin mit. Der neue Film soll bis Ende Mai umgesetzt und dann anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Denkmals im Rahmen eines Festaktes mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 3. Juni 2018 erstmalig der Öffentlichkeit gezeigt werden. Zu dem nichtöffentlichen Wettbewerb hatte das dänisch-norwegische Künstlerduo Michael Elmgreen und Ingar Dragset als Erbauer des Denkmals elf Künstler eingeladen. Finanziert wurde er nach Angaben der Stiftung von Bundeskulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU).