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Auch der Aachener Dom gehört zum Weltkulturerbe.
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Europäisches Kulturerbejahr 2018 eröffnet
Kulturzeit-News vom Montag, 08.01.2018
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat am 8. Januar 2018 das Europäische Kulturerbejahr in Deutschland eröffnet. Es lade dazu ein, "der Seele Europas nachzuspüren", sagte Grütters im Hamburger Rathaus. Angesichts der vielerorts zu beobachtenden "Erosion der europäischen Einigung" gelte es, Europa als Wertegemeinschaft zu begreifen.
"Nur so weckt die europäische Idee jenen Enthusiasmus, der Europa vor einem Rückfall in Abschottung, Gewalt und Unfreiheit bewahren kann", sagte Grütters. Nach den Worten der Kulturstaatsministerin müssen vor allem junge Menschen in Europa motiviert werden, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen. Das gelte den unterschiedlichen Kulturen, Religionen, Traditionen und Träumen, Lebensentwürfen und Weltanschauungen. "Genau diese Offenheit für Vielfalt ist es, die Europas Wertegemeinschaft im Kern ausmacht: Sie ist Ausdruck von Humanität."

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) sagte, zu Europa gehörten auch "die gemeinsamen Werte der Aufklärung". Er nannte die liberale Demokratie, die individuelle Freiheit und die soziale Sicherheit. Wer Europa stärken wolle, dürfe diese Werte "nicht bloß abstrakt beschwören, sondern muss konkret sagen, wie sie in Politik übersetzt werden".

38 Projekte werden mit 7,2 Millionen Euro gefördert
Aus dem Etat der Kulturstaatsministerin werden bundesweit 38 Projekte und Initiativen rund um das Europäische Kulturerbejahr 2018 unterstützt. Dafür stehen 7,2 Millionen Euro zur Verfügung. Zu den ursprünglich 34 geförderten Vorhaben kamen Ende 2017 noch vier weitere Projekte hinzu. Darunter sind ein deutsch-französisches Park- und Gartenprojekt, ein eigens gegründetes europäisches Folk-Ensemble und ein Literaturfestival, das den Geschichtenschatz europäischer Länder erlebbar machen soll. Die Kirchen beteiligen sich mit einem "Glockenprojekt" am Kulturerbejahr, das die Tradition des Läutens ins Bewusstsein heben will.

Der Präsident der Kulturorganisation "Europa Nostra", Placido Domingo, rief dazu auf, das europäische Kulturerbe mit "angemessenem Respekt und Sorgfalt" zu behandeln. Es sei für Identität und Zugehörigkeitsgefühl der Europäer von entscheidender Bedeutung, schrieb der Opernsänger in einem Beitrag für die "Welt". Eine EU-Kulturerbeagenda müsse die gemeinsame Wahrnehmung von Geschichte und Identität stärken sowie finanzielle Unterstützung leisten, um das kulturelle Erbe zu erhalten und zu pflegen.

Deutschland gehört zu den Initiatoren des Europäischen Kulturerbejahres. Das Programm zum Themenjahr in Deutschland koordiniert das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz im Auftrag von Bund, Ländern und Kommunen. Die von der Kulturstaatsministerin zur Verfügung gestellten Bundesmittel ergänzen das Engagement der Länder und Kommunen sowie Dritter.

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