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Ein eigenes Kapitel der Studie ist der Religiosität von Jugendlichen in den arabischen Ländern gewidmet.
Ein eigenes Kapitel der Studie ist der Religiosität von Jugendlichen in den arabischen Ländern gewidmet.
Studie: Religion hat für Jugendliche in Nahost große Bedeutung
Kulturzeit-News vom Mittwoch, 03.01.2018
Jugendliche im Nahen Osten und in Nordafrika blicken trotz einer unsicheren sozialen Lage mit Zuversicht in die Zukunft. Das ist das Ergebnis einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, die der Katholischen Nachrichten-Agentur vorliegt.
Demnach sind zehn Prozent der Jugendlichen in Ägypten, Bahrain, dem Jemen, Jordanien, dem Libanon, Marokko, Palästina und Tunesien "fest zur Migration" entschlossen. Die meisten jungen Menschen wollten dagegen die Zukunft in ihrer Heimat gestalten. Allerdings, so schreibt Mitherausgeber Ralf Hexel: "Stabilität und Entwicklung wird es für die Region nur dann geben, wenn junge Menschen politisch und wirtschaftlich an der Gestaltung der Zukunft teilhaben können."

Ein eigenes Kapitel ist der Religiosität von Jugendlichen in den arabischen Ländern gewidmet. 94 Prozent der befragten Jugendlichen sind den Angaben zufolge muslimischen Glaubens. Religion spielt für ihren Alltag demnach eine zunehmend wichtige Rolle. Verglichen mit der Religiosität vor fünf Jahren bezeichneten sich mehr Jugendliche als "stärker religiös" oder "sehr religiös" (66 Prozent, damals 58 Prozent). In Bahrain (87 Prozent) und im Jemen (54 Prozent) stufte sich eine Mehrheit der Befragten als "sehr religiös" ein.

Sehr religiöse Jugendliche in den Großstädten und auf dem Land
72 Prozent der Frauen und 62 Prozent der Männer sagten über sich, sie seien "stärker religiös" oder "sehr religiös". Dies sei nicht überraschend, schreibt der Leiter des Marburger Centrums für Nah- und Mitteloststudien, Rachid Ouaissa: In der gesamten Region seien "die sozialen Aufstiegschancen für Frauen viel niedriger als für Männer". Sehr religiöse Jugendliche sind demnach vor allem in den Großstädten und im ländlichen Raum präsent. Nach Einschätzung Ouaissas widerlegt die Studie zugleich "die viel popularisierte These des Zusammenhangs zwischen Religiosität und Armut bzw. Religiosität und niedrigem Bildungsgrad". Die befragten religiösen Jugendlichen stammten überwiegend aus finanziell gesicherten Familien und einer Art Bildungsbürgertum, schreibt er.

Das Vertrauen in religiöse Institutionen sei indes nicht sehr hoch: 23 Prozent gaben demnach an, ihnen zu vertrauen. Dies zeigt laut Ouaissa, dass Religion "nicht mehr politischen und/oder ideologischen Zwecken" diene, sondern eher dem individuellen Wohlfühlen. Religion werde immer mehr zu einer Privatangelegenheit und Spiritualität sei für Jugendliche offenbar ein Fluchtort und eine Quelle der Hoffnung. Ouaissa: "Vielleicht erleben wir gerade den Beginn eines laizistischen Zeitalters in der arabischen Welt."

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Schwerpunkt
Arabische Revolution
Nordafrika und sein Kampf für mehr Demokratie (2012)
Hintergrund
Studie "Zwischen Ungewissheit und Zuversicht"
Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat die Studie in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig, Kantar Public, TNS Marokko und weiteren Forschungszentren und Meinungsforschungsinstituten im Nahen Osten und Nordafrika durchgeführt. Den Angaben zufolge wurden 9000 Jugendliche zwischen 16 und 30 Jahren in acht Ländern interviewt. Der Band zur Studie "Zwischen Ungewissheit und Zuversicht", die erstmals im Dezember 2017 vorgestellt wurde, erscheint am 8. Januar 2018.

(Quelle: KNA)