© dpa
Der russische Star-Regisseur Kirill Serebrennikow steht seit Monaten unter Hausarrest.
Der russische Star-Regisseur Kirill Serebrennikow steht seit Monaten unter Hausarrest.
Putin verneint politische Verfolgung von Künstler Serebrennikow
Kulturzeit-News vom Donnerstag, 21.12.2017
Der russische Präsident Wladimir Putin hat eine politische Verfolgung des unter Hausarrest stehenden Kultregisseurs Kirill Serebrennikow verneint. "Wenn das Verfolgung wäre (...), würde dann sein Stück im Bolschoi-Theater gezeigt werden? Das wurde es aber", sagte Putin am 21. Dezember 2017 in Moskau bei einem Treffen mit Kulturschaffenden.
Die russische Justiz wirft dem international anerkannten Theatermacher vor, 68 Millionen Rubel (etwa eine Million Euro) Subventionen unterschlagen zu haben. Wegen des Hausarrests seit August hatte Serebrennikow die Premiere seines Balletts "Nurejew" am Bolschoi Anfang Dezember verpasst.

Literaturkritiker spricht von Einschüchterung
Der Literaturkritiker Alexander Archangelski sagte Putin, das Vorgehen gegen Serebrennikow und andere Künstler wirke so, als sollte es einschüchtern. Strafrechtlich seien die Vorwürfe nicht haltbar. Nach der Festnahme im August hatten mehrere Theaterleiter erklärt, es sei bei geltender Rechtslage fast unmöglich, Projekte mit staatlichen Zuschüssen ohne Verstöße abzurechnen. Putin nannte den Fall Serebrennikow sensibel. Er gestand ein, dass das Gesetz nicht optimal sei. Trotzdem müsse es eingehalten werden, solange es nicht durch ein besseres ersetzt werde.

Zurück zur Übersicht
Weitere News vom Donnerstag, 21.12.2017
Kulturzeit-Nachrichten
Moskauer Bolschoi-Theater feierte "Nurejew"-Premiere ohne Regisseur
Kulturzeit-News vom Montag, 11.12.2017
Kulturzeit-Nachrichten
"Hänsel und Gretel" trotz Hausarrest für Serebrennikow
Kulturzeit-News vom Donnerstag, 24.08.2017