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Daniel Barenboim: "Man kann keinen Kompromiss zwischen zwei Völkern (...) erwarten, die einander nicht anerkennen".
Daniel Barenboim: "Man kann keinen Kompromiss zwischen zwei Völkern (...) erwarten, die einander nicht anerkennen".
Barenboim plädiert für Anerkennung des Staates Palästina
Kulturzeit-News vom Mittwoch, 20.12.2017
Der Dirigent Daniel Barenboim hat sich im Nahostkonflikt für die Anerkennung des Staates Palästina stark gemacht. "Man kann keinen Kompromiss zwischen zwei Völkern, noch nicht einmal zwischen zwei Menschen erwarten, die einander nicht anerkennen", schreibt Barenboim in einem "Zeit"-Beitrag. "Für eine Zweistaatenlösung brauchen wir zwei Staaten, und die gibt es momentan nicht."
Damit reagierte Barenboim auf Donald Trumps Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Er appelliere an den Rest der Welt: "Erkennen Sie Palästina als Staat an, so wie Sie Israel als Staat anerkannt haben." Eine gleichberechtigte Zweistaatenlösung wäre laut Barenboim der einzige Weg zu Gerechtigkeit für die Palästinenser und zu Sicherheit für Israel.

Jerusalem sei für das Judentum ebenso eine heilige Stadt wie für den Islam und das Christentum, so Barenboim. "Im Rahmen einer gleichberechtigten Zweistaatenlösung sähe ich keinerlei Problem damit, Westjerusalem zur Hauptstadt Israels und Ostjerusalem zur Hauptstadt Palästinas zu machen." Der in Argentinien geborene und in Israel aufgewachsene Musiker ist Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Der 75-Jährige ist Mitgründer des West-Eastern Divan Orchestra, das junge Musiker aus Israel und den arabischen Ländern zum Musizieren zusammenbringt.

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