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Das Bauhaus-Museum gegenüber dem Weimarer Nationaltheater war als Provisorium geplant. Der Neubau soll 2019 zum 100. Jubiläum des Bauhauses an anderer Stelle öffnen.
Das Bauhaus-Museum gegenüber dem Weimarer Nationaltheater war als Provisorium geplant. Der Neubau soll 2019 zum 100. Jubiläum des Bauhauses an anderer Stelle öffnen.
Bauhaus-Museum schließt 2018
Kulturzeit-News vom Mittwoch, 20.12.2017
Die Klassik-Stiftung Weimar wird über ein Jahr lang ohne ein Bauhaus-Museum sein. "Am 7. Januar 2018 ist letzte Gelegenheit, das Museum auf dem Theaterplatz mit 200 Objekten aus der Anfangszeit des Staatlichen Bauhauses zu besichtigen", sagte der Sprecher der Klassik-Stiftung, Timm Nikolaus Schulze, der Deutschen Presse-Agentur.
Erst zum 100. Gründungsjubiläum am 5. April 2019 werden wieder so richtungsweisende Arbeiten wie die Lampe von Wilhelm Wagenfeld, die Bauhaus-Wiege von Peter Keler, der Lattenstuhl von Marcel Breuer oder der Holzschnitt "Kathedrale" zum Bauhaus-Manifest von Lionel Feininger zu sehen sein. Dann soll das neue Bauhaus-Museum öffnen.

Grund für die frühe Schließung: Die Stadt plant dort ein "Haus der Republik". 1919 tagte gegenüber im heutigen Deutschen Nationaltheater die Deutsche Nationalversammlung für die verfassungsgebende Weimarer Republik. Die Stiftung muss deshalb das ehemalige Kulissenhaus, in dem seit 1995 das Bauhaus-Museum sein Domizil hat, an die Stadt zurückgeben. "Es war von Angang an ein Provisorium", sagte Schulze. "Die 200 Objekte sind nur die allerstärkste mögliche Reduzierung von derzeit rund 13.000 Sammlungstücken." "Für uns ist die Schließung des Bauhaus-Museums auch ein Aufbruch."

Großprojekte der Klassik-Stiftung Weimar
Sie verweise auf die großen Umwälzungen, die sich in den kommenden Jahren in der Stiftung vollziehen werden. Am 4. Februar 2018 wird die berühmte Cranach-Galerie im Stadtschloss für Jahre geschlossen - fünf Monate früher als ursprünglich geplant. "Wir müssen dies wegen vorgezogener Bauarbeiten machen. Die Erschütterungen könnten die kostbaren Gemälde gefährden." Das einstige Residenzschloss der Weimarer Herzöge mit Festsaal und Prunkräumen sei aber noch bis zum 2. Juli für Besucher geöffnet. Danach wird es über mehrere Jahre für insgesamt 40 Millionen Euro zu großen Teilen saniert. Ab 2019/20 soll dann das Goethe-Haus folgen.

Damit steht die zweitgrößte Kulturstiftung Deutschlands, die alljährlich Ziel von hunderttausenden Touristen aus aller Welt ist, vor schwierigen Jahren. "Wir haben keine Orte, um etwa die sensiblen Cranachs zeigen zu können", bedauerte Schulze. Umso mehr setze die Stiftung deshalb auf den neuen Museumskomplex an einem der sensibelsten Orte Weimars mit neuem Bauhaus-Museum, dem 1869 eingeweihten Neuen Museum und der geplanten Zwangsarbeiter-Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Buchenwald im ehemaligen NS-Gauforum.

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