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Deutschland weise die größte Dichte an Museen mit Kulturschätzen und menschlichen Gebeinen aus allen Teilen des afrikanischen Kontinents auf, so die Initiative "Berlin Postkolonial".
Deutschland weise die größte Dichte an Museen mit Kulturschätzen und menschlichen Gebeinen aus allen Teilen des afrikanischen Kontinents auf, so die Initiative "Berlin Postkolonial".
Verein fordert Rückgabe afrikanischer Kulturgüter
Kulturzeit-News vom Dienstag, 19.12.2017
Afrika-Initiativen und Wissenschaftler haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem Offenen Brief aufgefordert, sich für die Rückgabe von Kulturgütern und Gebeinen aus Afrika einzusetzen.
100 Jahre nach dem Ende des deutschen Kolonialismus in Afrika dürfe die Bundesregierung zum Thema Restitution nicht schweigen, schrieb der Verein "Berlin Postkolonial" in dem am 19. Dezember 2017 veröffentlichten Brief. Zudem müsse sich die Regierungschefin zur Initiative des französischen Präsidenten Emmanuel Macron positionieren. Macron hatte im November eine zeitweise oder dauerhafte Rückgabe afrikanischer Kulturgüter aus französischen Sammlungen und Museen sowie die Rückgabe von menschlichen Gebeinen nach Algerien angekündigt. Frankreich reagiere damit auf die Debatte zum kolonialen Erbe, "der sich auch die anderen Länder des Globalen Nordens nicht länger entziehen können", schrieben die Initiatoren.

Die Zahl afrikanischer Artefakte in den großen ethnologischen Museen in Nordamerika und Europa ist der Initiative zufolge so hoch, dass über 90 Prozent aller Exponate noch nie gezeigt wurden. Zudem sei bei vielen Gebeinen nicht klar, von wo und auf welche Weise sie in die Sammlungen gelangten. Deutschland weist den Autoren zufolge die größte Dichte an Museen mit Kulturschätzen und menschlichen Gebeinen aus allen Teile des afrikanischen Kontinents auf. Neben Gebeinen fordert "Berlin Postkolonial" unter anderem die Rückgabe sogenannter Benin-Bronzen aus der früheren Königsstadt Benin im heutigen Nigeria. Auch das Ethnologische Museum in Berlin besitzt eine Reihe solcher Bronzen. Kritiker werten die Kunstgegenstände als Beutekunst englischer Kolonialheere.

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