© AP
Das Wohnhaus der US-Bürgerrechtlerin Rosa Parks steht im Wedding in Berlin. Für eine Ausstellung kehrt es in die USA zurück.
Das Wohnhaus der US-Bürgerrechtlerin Rosa Parks steht im Wedding in Berlin. Für eine Ausstellung kehrt es in die USA zurück.
Haus von US-Bürgerrechtsikone Rosa Parks kehrt in die USA zurück
Kulturzeit-News vom Freitag, 15.12.2017
Das Haus der afroamerikanischen Bürgerrechtlerin Rosa Parks (1913-2005), das in den vergangenen Monaten in Berlin ausgestellt war, soll in die USA zurückkehren. Der Abbau des Holzgebäudes habe bereits begonnen, berichtet die "tageszeitung" unter Berufung auf den Künstler Ryan Mendoza. Schon in Kürze soll es verschifft werden.
Im April 2018 soll das ehemalige Wohnhaus der Bürgerrechtsikone vom Studienzentrum für Sklaverei und Gerechtigkeit der Brown University in Providence im US-Bundesstaat Rhode Island wieder im Rahmen einer Ausstellung zu sehen sein. Zur Vernissage werde auch der frühere US-Präsident Barack Obama erwartet, schreibt die "tageszeitung".

Der in Berlin lebende US-Künstler Ryan Mendoza hatte vor gut einem Jahr das Holzgebäude in Einzelteile zerlegt und von den USA in die deutsche Bundeshauptstadt gebracht. Ursprünglich befand sich das Wohnhaus der "Mutter der US-Bürgerrechtsbewegung" in Detroit. Nach wechselnden Besitzern stand es zuletzt leer, war dem Verfall preisgegeben und sollte abgerissen werden.

Anfang der US-Bürgerrechtsbewegung
Rosa Parks ist bis heute eine der wichtigsten Persönlichkeiten der US-Geschichte. Im Winter 1955 hatte sich die damals 42-jährige, dunkelhäutige Näherin geweigert, im Bus ihren Sitzplatz für einen Weißen zu räumen. Sie wurde verhaftet. Ihre Verhaftung löste den Busboykott von Montgomery aus, der als Anfang der US-Bürgerrechtsbewegung gilt. 1957 flüchtete Parks mit ihrem Mann nach Detroit, wo sie in beengten Verhältnissen in dem Haus lebte.

Als Amerika-Kritik und weil sich niemand mehr für Gebäude interessierte, um etwa ein Museum daraus zu gestalten, startete Mendoza 2016 sein Kunstprojekt. In einem Hinterhof in Berlin-Wedding baute er Rosa Parks' Haus per Hand wieder auf und präsentierte es dort seit April 2017. Sein Kunstprojekt hatte international für Schlagzeilen gesorgt. Auch US-Medien berichteten darüber. Auf Initiative der Brown University in Providence wird das Holzhaus nun zurück in die USA geholt.

Zurück zur Übersicht
Weitere News vom Freitag, 15.12.2017
Mediathek
© ZDF, Gerlad GieseckeVideoRosa Parks zieht in den Wedding
"Kulturzeit"-Beitrag vom 07.04.2017