© reuters
Der Reuters-Reporter Wa Lone recherchierte in Myanmar in der Unruheregion Rakhine zum Vorgehen des Militärs gegen die Rohingya.
Der Reuters-Reporter Wa Lone recherchierte in Myanmar in der Unruheregion Rakhine zum Vorgehen des Militärs gegen die Rohingya.
Verhaftete Reuters-Reporter in Myanmar sollen Anwälte erhalten
Kulturzeit-News vom Donnerstag, 21.12.2017
Zwei in Myanmar inhaftierte Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters sollen "sehr bald" Zugang zu Anwälten und Familienmitgliedern bekommen. Das teilte ein Regierungssprecher am 21. Dezember 2017 der Deutschen Presse-Agentur mit. Regierungsvertreter hätten bereits mit der Polizei gesprochen, um sicherzustellen, dass die Rechte von Wa Lone und Kyaw Soe Oo gewahrt werden.
Die beiden einheimischen Reuters-Mitarbeiter wurden am 12. Dezember festgenommen, nachdem sie über die Unruheregion Rakhine berichtet hatten, in der das Militär gegen die muslimische Minderheit der Rohingya vorgegangen war. Nach UN-Angaben waren daraufhin mehr als 640.000 Rohingya über die Grenze ins benachbarte Bangladesch geflohen. Den beiden wird vorgeworfen, vertrauliche Unterlagen zum Vorgehen des Militärs gegen die Rohingya zu besitzen. Nach einem 1923 erlassenen Gesetz zu Staatsgeheimnissen drohen ihnen wegen Handlungen, die "der Sicherheit oder den Interessen des Landes abträglich" sind, bis zu 14 Jahre Haft.

Presserat will vermitteln
Der Presserat Myanmars bot am 20. Dezember an, in dem Fall zu vermitteln oder als Sachverständiger zu fungieren, schloss sich aber nicht Forderungen nach sofortiger Freilassung und Kontakt zu Anwälten und Familienangehörigen an. "Wir müssen die Dinge Schritt für Schritt angehen", sagte Thiha Saw, Sekretär des myanmarischen Presserats, auf einer Pressekonferenz in Rangun.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch forderte die sofortige Freilassung der Journalisten. "Die burmesischen Behörden sollten unverzüglich die beiden Journalisten von Reuters freilassen, deren Festnahmen darauf abzielen, die unabhängige Berichterstattung über die ethnische Säuberungskampagne gegen die Rohingya zu stoppen", sagte der Asien-Direktor der Organisation, Brad Adams. In Myanmar (früher: Birma oder Burma) ist das Militär auch nach dem Ende der jahrzehntelangen Diktatur noch an der Regierung beteiligt, die de facto von der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi geführt wird.

Zurück zur Übersicht
Weitere News vom Donnerstag, 21.12.2017