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Der türkische Journalist Ahmet Sik schreibt unter anderem für die regierungskritische Zeitung "Cumhuriyet". Seit Dezember 2016 sitzt er erneut im Gefängnis.
Der türkische Journalist Ahmet Sik schreibt unter anderem für die regierungskritische Zeitung "Cumhuriyet". Seit Dezember 2016 sitzt er erneut im Gefängnis.
Türkischer Journalist Sik mit "Raif Badawi Award" ausgezeichnet
Kulturzeit-News vom Mittwoch, 11.10.2017
Der türkische Journalist Ahmet Sik hat den "Raif Badawi Award for courageous journalists 2017" erhalten. Die Friedrich-Naumann-Stiftung verlieh ihn am 11. Oktober 2017 auf der Frankfurter Buchmesse. Mit der Auszeichnung soll den Angaben zufolge der Einsatz mutiger Journalisten in überwiegend islamisch geprägten Weltregionen gewürdigt werden. Zudem soll er auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen.
Sik schreibt unter anderem für die regierungskritische Zeitung "Cumhuriyet". Sein Buch "Die Armee des Imam" über die Gülen-Bewegung galt in der Türkei als "das gefährlichste Buch des Landes". 2011 wurde er noch vor Veröffentlichung unter dem Verdacht inhaftiert, der angeblichen Putschisten-Organisation "Ergenekon" anzugehören. 2012 wurde er entlassen, ist jedoch seit dem 29. Dezember 2016 erneut im Gefängnis. Ihm wird vorgeworfen, in seinen Tweets und Artikeln Terror-Propaganda zu verbreiten und Staatsorgane zu beleidigen. Wegen seiner vielbeachteten Verteidigungsrede vor Gericht im Juli 2017 droht ihm am 11. September der nächste Prozess.

Der Badawi-Preis erinnert an das Schicksal des saudischen Bloggers Raif Badawi, der sich für Pressefreiheit in Saudi-Arabien einsetzt und wegen Beleidigung des Islam 2012 zu zehn Jahren Haft und 1000 Peitschenhieben verurteilt wurde. Der Preis wird seit 2015 jährlich während der Frankfurter Buchmesse verliehen. Die bisherigen Preisträger waren der marrokanische Journalist Ali Anouzla (2015) sowie Journalistinnen des irakischen Radiosenders Dange NWE (2016).

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