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Serebrennikow habe bei einem Treffen zugestimmt, dass Choreograf Juri Possochow das Stück fertigstellt, wurde Theaterdirektor Wladimir Urin von russischen Agenturen zitiert.
Serebrennikow habe bei einem Treffen zugestimmt, dass Choreograf Juri Possochow das Stück fertigstellt, wurde Theaterdirektor Wladimir Urin von russischen Agenturen zitiert.
Bolschoi zeigt Ballett "Nurejew" ohne Serebrennikow
Kulturzeit-News vom Freitag, 22.09.2017
Das Bolschoi-Theater in Moskau wird das abgesetzte Ballett "Nurejew" doch ohne den unter Hausarrest stehenden Regisseur Kirill Serebrennikow auf die Bühne bringen. Zwei Premieren seien für 9. und 10. Dezember geplant, sagte Theaterdirektor Wladimir Urin am 22. September 2017. Serebrennikow habe bei einem Treffen zugestimmt, dass Choreograf Juri Possochow das Stück fertigstellt, wurde Urin von russischen Agenturen zitiert.
Der Bolschoi-Direktor erklärte, er habe für die Begegnung mit dem Regisseur eine Erlaubnis der Ermittlungsbehörde gehabt. Die Justiz wirft dem international anerkannten Theatermacher die Unterschlagung staatlicher Subventionen vor und hat ihn deshalb im August unter Hausarrest gestellt. Die Moskauer Kulturszene sieht das Vorgehen aber als Versuch, einen kritischen Künstler mundtot zu machen.

Das von Serebrennikow entworfene Ballett über die sowjetische Tanzlegende Rudolf Nurejew (1938-1993) war im Juli wenige Tage vor der Uraufführung abgesetzt worden. Urin sagte damals offiziell, es sei nicht aufführungsreif gewesen. Allerdings wurde auch in diesem Fall politischer Druck vermutet, denn in dem Stück sollte es unter anderem um Nurejews Homosexualität gehen. Die offene Darstellung von Homosexualität ist in Russland aus Jugendschutzgründen gesetzlich verboten. Sollte Serebrennikows Hausarrest aufgehoben werden, werde dieser das Stück selber fertigstellen, sagte Urin. Der Arrest gilt zunächst bis zum 18. Oktober.

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