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Der Stuhl für den Dalai Lama blieb bei der Eröffnung des Tibethauses leer.
Der Stuhl für den Dalai Lama blieb bei der Eröffnung des Tibethauses leer.
Tibethaus Deutschland ohne Dalai Lama eröffnet
Kulturzeit-News vom Dienstag, 12.09.2017
Ohne den ursprünglich erwarteten Dalai Lama ist in Frankfurt das neue Tibethaus Deutschland eröffnet worden. Es gilt neben New York als das wichtigste außerhalb des indischen Subkontinents. Der Dalai Lama musste seine geplante Teilnahme an der Eröffnungszeremonie am 12. September 2017 kurzfristig absagen, weil sein Flugzeug aus Irland wegen eines Maschinenschadens nicht starten konnte.
Der Ersatzflug wurde erst am späten Nachmittag erwartet, so dass das geistliche Oberhaupt der Tibeter sein zunächst auf drei Tage angesetztes Besuchsprogramm in Frankfurt auf den 13. und 14. September beschränken muss.

Eröffnungsfeier mit 500 Gästen
© dpa Opfergaben im Tibethaus.
Opfergaben im Tibethaus.
An der Eröffnungsfeier des Tibethauses nahe der Frankfurter Messe mit 500 geladenen Gästen nahmen somit nur enge Vertraute und eine Schwester des Dalai Lama sowie mehrere Politiker aus der Stadt Frankfurt, dem Land Hessen und dem Bund teil. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) bekräftigte ihre Verbundenheit mit dem Dalai Lama, dem sie eine "unermessliche spirituelle Kraft" bescheinigte. Im Gegensatz zu den vielen "Sprengmeistern" auf der Welt betätige er sich als Brückenbauer und setze sich für Frieden und Humanität ein.

Der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch, der ein persönlicher Freund des Dalai Lama ist, bezeichnete das Tibethaus als Teil eines Netzwerks. Das Oberhaupt der Tibeter habe es geschaffen, um die in seiner Heimat unter der Herrschaft der chinesischen Kommunistischen Partei unterdrückte Kultur und Sprache der Tibeter in der Welt sichtbar zu machen. Der Frankfurter Bürgermeister Uwe Becker (CDU) sagte, die Stadt erfülle es mit Freude und Stolz, als eine Art Brückenkopf der tibetischen Kultur in Deutschland und Europa gelten zu können.

Der langjährige Gesandte des Dalai Lama bei der EU, Kelsang Gyaltsen, hob hervor, dass der Dalai Lama nie einer Abspaltung Tibets von China das Wort geredet habe, sondern nur echte Autonomie für sein buddhistisches Volk fordere, das mit Unterdrückung seiner Sprache und Kultur sowie der Ansiedlung von immer mehr Chinesen zur Minderheit im eigenen Land gemacht werde.

Haus mit Spenden erworben
Das neue Tibethaus, eine früher zur Frankfurter Universität gehörende Gründerzeitvilla, wurde mit Hilfe von Spenden von einer Kulturstiftung erworben. Neben der Pflege von Kultur und Sprache der Tibeter bietet es etwa 300 Abendkurse, Seminare und Vorträge zu Themen wie Buddhismus, Kunst, Gesellschaft, Wissenschaft und Heilkunde an.

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