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Goethe-Institutspräsident Klaus-Dieter Lehmann (r.) gratuliert dem spanischen Architekten Rafael Moneo zur hohen Auszeichnung.
Goethe-Institutspräsident Klaus-Dieter Lehmann (r.) gratuliert dem spanischen Architekten Rafael Moneo zur hohen Auszeichnung.
Praemium Imperiale an Rafael Moneo und Mikhail Baryshnikov
Kulturzeit-News vom Dienstag, 12.09.2017
Stararchitekt Rafael Moneo (80) und Tanzikone Mikhail Baryshnikov (69) werden für ihr Lebenswerk mit dem Praemium Imperiale ausgezeichnet. Der höchste japanische Kunstpreis geht 2017 zudem an die aus dem Iran stammende Künstlerin Shirin Neshat (60), den ghanaischen Bildhauer El Anatsui (73) und den senegalesischen Musiker Youssou N'Dour (57).
Das teilte Goethe-Institutspräsident Klaus-Dieter Lehmann am 12. September 2017 in Berlin im Namen der Japan Art Association mit. Die japanische Kunstvereinigung stiftet den Preis. Er wird am 18. Oktober in Tokio von Prinz Hitachi, dem Bruder des Kaisers, verliehen. Jeder Preisträger erhält umgerechnet rund 115.000 Euro.

Lehmann nannte die Auszeichnung das "Pendant zum Nobelpreis" für die Naturwissenschaften. "Die Auswahl mag dieses Jahr überraschen, weil nicht nur künstlerische, sondern auch gesellschaftspolitische Kriterien eine Rolle spielten", sagte er. So seien der Einsatz für Frieden, Geschlechtergleichheit und soziale Gerechtigkeit mit berücksichtigt.

Der spanische Architekt Moneo, der an der Bekanntgabe in Berlin teilnahm, hob besonders die soziale Verantwortung der Architektur hervor. "Gebäude sollten zum Stadtbild und zum Glück der Bewohner beitragen", sagte er. Der 80-jährige Pritzker-Preisträger ist für die Eleganz und Klarheit seiner Werke weltbekannt. Zu seinen wichtigsten Arbeiten gehört die Cathedral of Our Lady of the Angels in Los Angeles. In Berlin zeichnet er für das Hotel Grand Hyatt am Potsdamer Platz und für ein neues Bürogebäude gegenüber dem Auswärtigen Amt verantwortlich.

Weitere Preisträger stammen aus Lettland, Iran, Ghana und Senegal
Mikhail Baryshnikov, gebürtiger Lette und US-Staatsbürger, gilt international als Ausnahmetänzer. Er feierte Triumphe auf den großen Bühnen der Welt und ist auch als Choreograf und Schauspieler erfolgreich. Seit 2005 ist er künstlerischer Direktor des Baryshnikov Arts Center in New York. Shirin Neshat ist im Iran geboren und lebt in New York. In ihren Fotoarbeiten und Videoinstallationen setzt sie sich vor allem mit der Lage von Frauen in der muslimischen Welt auseinander.

El Anatsui aus Ghana verwendet für seine Skulpturen einfache Materialien wie Holz, Ton, Metall und Recyclingprodukte. Ein Muster seiner Arbeit ist das Zerstören und Wiederzusammensetzen alltäglicher Objekte. Der Sänger und Komponist Youssou N'Dour, Kulturminister im Senegal, gilt als einer der einflussreichsten und erfolgreichsten Künstler Afrikas. Er ist der Begründer der senegalesischen Populärmusik Mbalax.

Nachwuchspreis an libanesiches Theaterkollektiv
Der Nachwuchspreis für junge Künstler (umgerechnet rund 38.500 Euro) geht an die libanesische Zoukak Theatre Company und Cultural Association. Das Theaterkollektiv mit Hauptsitz in Beirat beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Gewalt, Krieg und Flucht.

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