© dpa
Bis zuletzt stand Martin Landau noch vor der Kamera, hatte noch mehrere Projekte geplant.
Bis zuletzt stand Martin Landau noch vor der Kamera, hatte noch mehrere Projekte geplant.
Schauspieler Martin Landau gestorben
Kulturzeit-News vom Montag, 17.07.2017
Martin Landau ist tot. Der US-Schauspieler, der für seine Rolle als Bela Lugosi in "Ed Wood" einen Oscar erhielt, starb bereits am 15. Juli 2017 im Alter von 89 Jahren "nach unerwarteten Komplikationen" in einem Krankenhaus in Los Angeles, wie seine Sprecherin am 16. Juli der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Weitere Angaben zu dem Grund seiner Krankenhausbehandlung gab es zunächst nicht.
Bis zuletzt stand Landau noch vor der Kamera, hatte noch mehrere Projekte geplant. Die Nachricht seines Todes schlug in Hollywood völlig überraschend ein. "Mit Martin Landau an 'Ed Wood' zu arbeiten, war eine Freude. Was für ein talentierter, netter, großherziger Schauspieler", schrieb Oscar-Preisträgerin Patricia Arquette auf Twitter. "Er war immer so nett zu mir. Ich werde ihn vermissen", erklärte Marlee Matlin bei dem Kurznachrichtendienst. Auch Alec Baldwin und William Shatner bekundeten ihre Trauer.

Nach Theaterauftritten am New Yorker Broadway landete Landau 1959 in Hollywood gleich vor der Kamera von Alfred Hitchcock. An der Seite von James Stewart und James Mason spielte er in dem Thriller "North by Northwest" ("Der unsichtbare Dritte"). Es folgte eine kleine Rolle als römischer Soldat in dem Monumentalfilm "Cleopatra". Dann wechselte er vor die Fernsehkamera. Als der Geheimagent Rollin Hand in der Serie "Kobra, übernehmen Sie" (Original-Titel "Mission: Impossible") wurde Landau zum TV-Star. Eine Rolle, die ihn lange festlegte. An der Seite seiner damaligen Ehefrau Barbara Bain mimte er drei Jahre lang den oft maskierten Agenten. In den 1970er Jahren war das Paar dann in der britischen Science-Fiction-Serie "Mondbasis Alpha 1" zu sehen. Gute Filmrollen blieben indes lange aus, worüber der Schauspieler 1994 in einem Interview klagte. "Ich spielte lausige Rollen in nichtssagenden Filmen, sinnlose Charaktere."

Ein Comeback glückte ihm 1989 mit "Tucker", einer Filmbiografie von Francis Ford Coppola. Landau holte den Golden Globe als bester Nebendarsteller und eine Oscar-Nominierung. Dann wurde Woody Allen auf ihm aufmerksam. In "Verbrechen und andere Kleinigkeiten" spielte Landau einen Arzt, der seine lästig gewordene Geliebte (Anjelica Huston) umbringen lässt und darauf auch noch stolz ist. Wieder wurde er für den Oscar nominiert. Er bekam ihn aber erst 1995 für seine Rolle als der abgehalfterter Dracula-Darsteller Bela Lugosi in Tim Burtons "Ed Wood". Danach stand Landau bis ins hohe Alter regelmäßig vor der Kamera, oft in guten Nebenrollen, etwa als Richter in dem Polithriller "City Hall" oder als mysteriöser Dr. Kurtzweil in "Akte X - Der Film".

Zurück zur Übersicht
Weitere News vom Montag, 17.07.2017