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Chris Cornell zählte zu den Gründern der Grunge-Bewegung in den 1990er Jahren. Seine Karriere begann er mit der Band Soundgarden.
US-Rocksänger Chris Cornell gestorben
Kulturzeit-News vom Donnerstag, 18.05.2017
Mit seiner starken, fast vier Oktaven umspannenden Gesangsstimme warer eine der führenden Stimmen der Grunge-Bewegung der 1990er Jahre. Nun starb der US-Rocksänger und Gitarrist Chris Cornell im Alter von 52 Jahren "plötzlich und unerwartet" in Detroit, wie sein Agent Brian Bumbery in einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur AP erklärte.
Cornell begann seine Karriere mit der Band Soundgarden, später gründete er mit drei Mitgliedern von Rage Against the Machine die Band Audioslave. Laut Brumbery starb Cornell "plötzlich und unerwartet" am Abend des 17. Mai 2017. Die Polizei teilte mit, sein Tod werde als möglicher Selbstmord untersucht. Ein Sprecher der Polizei von Detroit, Michael Woody, erwähnte gegenüber AP "grundlegende Dinge, die vor Ort beobachtet wurden". Laut Woody starb Cornell im Hotel "MGM Grand Detroit". Cornells Frau hatte demnach einen Freund der Familie angerufen und ihn gebeten, nach Cornell zu sehen. Der Freund habe gewaltsam eine Hotelzimmertür geöffnet und Cornell auf dem Boden des Badezimmers gefunden. Noch am selben Abend hatte Cornell mit seiner Band Soundgarden ein Konzert in Detroit gegeben. Vor dem Auftritt hatte der Musiker seinen letzten Tweet abgesetzt: ein Bild vom Auftrittsort, dem "Fox Theatre", und die Worte "#Detroit - endlich zurück in Rock City!!!".

Großer Erfolg mit Soundgarden
© ap Cornell war Gitarrist, Sänger und Schlagzeuger.
Cornell war Gitarrist, Sänger und Schlagzeuger.
Ebenso wie Nirvana-Frontmann Kurt Cobain stammte Cornell aus Seattle, wo der Grunge geboren wurde. In seiner Jugend begann Cornell als Schlagzeuger, schmiss die High School und arbeitete als Koch, bevor er seine Gruppe Soundgarden gründete, wie die Musik-Website "allmusic.com" in der Biografie des Sängers verzeichnet. Mitte der 1980er Jahre bis zu ihrer vorläufigen Auflösung 1997 war Soundgarden mit zwei Grammys und über 21 Millionen verkauften Alben eine der erfolgreichsten US-Bands im Bereich Grunge und Alternative Rock. Ihr größter Hit: "Black Hole Sun". Danach war Cornell zunächst vor allem solo unterwegs; einem breiteren Publikum bekannt wurde er mit dem Song "You Know My Name" aus dem James-Bond-Film "Casino Royale".

Chris Cornell war bei Soundgarden zunächst Schlagzeuger, wechselte aber zu Rhythmusgitarre und wurde als Sänger, Texter und Songschreiber der Frontmann der Band. Den Höhepunkt ihrer Karriere errreichte Soundgarden 1994 mit dem Album "Superunknown", das auf Platz Eins der Billboard-Charts einstieg. 2012 kehrten sie mit dem Album "Live on I-5" zurück und tourten bis jetzt.

Chris Cornell veröffentlichte auch Soloalben und hatte Erfolge mit der Band Audioslave, für die er sich mit Musikern der 2000 aufgelösten Band Rage Against the Machine zusammengetan hatte. Neben seiner Musik war Cornell auch in Wohltätigkeitsarbeit involviert. Er gründete die "Chris and Vicky Cornell Foundation", um Kinder zu unterstützen, die mit Herausforderungen wie Obdachlosigkeit, Armut, Missbrauch und Vernachlässigung konfrontiert sind. Die Familie des Musikers werde bei der Suche nach der Todesursache eng mit der Gerichtsmedizin zusammenarbeiten. Bumbery bat darum, die Privatsphäre der Familie zu wahren.

Reaktionen
Aerosmith-Gitarrist Joe Perry schrieb auf Twitter: "Sehr traurige Nachricht über Chris Cornell heute. Ein trauriger Verlust eines großartigen Talents für die Welt, seine Freunde und Familie. Ruhe in Frieden." "Schockiert und traurig über den plötzlichen Tod von Chris Cornell", schrieb Sänger Elton John beim Kurznachrichtendienst Twitter. "Ein großer Sänger, Songschreiber und der netteste Mann." Musiker Dave Navarro schrieb, er sei "geschockt". "So ein schrecklicher und trauriger Verlust. Ich bin in Gedanken bei seiner Familie." Cornell sei "unglaublich talentiert" gewesen, schrieb Musiker Jimmy Page. "Unglaublich jung und er wird unglaublich vermisst werden."

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© dapdVideoInterview mit Chris Cornell und Ben Shepherd
(12.11.2012)