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Der Entwurf einer gigantischen Wippe als Einheitsdenkmal stamnmt vom Stuttgarter Planungsbüros Milla und Partner und der Berliner Choreographin Sasha Waltz.
Der Entwurf einer gigantischen Wippe als Einheitsdenkmal stamnmt vom Stuttgarter Planungsbüros Milla und Partner und der Berliner Choreographin Sasha Waltz.
Berliner Linke gegen Einheitsdenkmal
Kulturzeit-News vom Freitag, 21.04.2017
In der Linkspartei formiert sich einem Medienbericht zufolge Widerstand gegen das geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal neben dem wiedererrichteten Berliner Schloss. Nach Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hat jetzt offenbar auch seine Parteikollegin, Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher, etwas gegen den vorliegenden Entwurf einer gigantischen Wippe des Stuttgarter Planungsbüros Milla und Partner und der Berliner Choreographin Sasha Waltz.
Lompscher habe sich in einem Brief an das Planungsbüro für eine temporäre kulturelle Nutzung des vorgesehenen Standortes, dem historischen Sockel des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Denkmals neben dem Humboldt Forum, ausgesprochen, berichtet die "Berliner Morgenpost" aus dem Schreiben. Dies wäre "einer Teilzerstörung des denkmalgeschützten Sockels durch das Freiheits- und Einheitsdenkmal vorzuziehen", so Lompscher in dem Brief an Johannes Milla. Milla hat der Zeitung zufolge bislang vergeblich versucht, einen Termin bei der Senatorin zur Vorstellung des vom Bundestag beschlossenen Projektes zu erhalten. Der Sockel des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Denkmals am Standort werde im übrigen durch das Freiheits- und Einheitsdenkmal nicht zerstört, hieß es weiter. Wie Lompscher in dem Brief an Milla laut Zeitung betont, liegt ihr bisher "keine offizielle Mitteilung der Bundesregierung beziehungsweise der entsprechende Bundestagsbeschluss zur Umsetzung des Denkmalprojekts vor".

Kultursenator Lederer hatte erst Anfang April 2017 einen völligen Neustart beim geplanten Freiheits- und Einheitsdenkmal gefordert. Er hält den Entwurf für "eine unangemessene Antwort". Auch den Standort hält der Linken-Politiker für falsch. Der Entwurf für das Denkmal sieht eine überdimensionierte Wippe in Form einer Schale vor, die sich bewegt, wenn sich viele Menschen auf ihr versammeln. Ende März hatte sich die Koalition im Bundestag auf die Finanzierung des Denkmals verständigt. Demnach sollen die 18,5 Millionen Euro für die zwischenzeitlich beschlossene Wiedererrichtung der historischen Kolonnaden auf dem Platz neben dem Berliner Schloss, der eigentlich für das Denkmal reserviert war, wieder umgewidmet werden. Der Bundestag hatte das Freiheits- und Einheitsdenkmal bereits 2007 für Berlin, 2008 auch für Leipzig beschlossen. Seitdem gibt es aber ein Hin und Her um das Denkmal an beiden Standorten. In Leipzig wurde das Vorhaben nach Streit um die Gestaltung inzwischen bis auf weiteres auf Eis gelegt.

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