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"Ich bin eine griechische Person, aber ein italienischer Künstler" - so beschrieb sich Jannis Kounellis einmal selbst.
"Ich bin eine griechische Person, aber ein italienischer Künstler" - so beschrieb sich Jannis Kounellis einmal selbst.
Griechischer "Arte povera"-Künstler Jannis Kounellis ist tot
Kulturzeit-News vom Freitag, 17.02.2017
Der griechische Künstler Jannis Kounellis ist in seiner Wahlheimat Italien gestorben. Sein Leichnam sollte am 17. Februar 2017 auf dem Kapitolshügel in Rom aufgebahrt werden, wie die italienische Polizei der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Kounellis war laut Nachrichtenagentur Ansa am 16. Februar in Rom gestorben. Er wurde 80 Jahre alt.
"Ein trauriger Tag, Kounellis hat uns verlassen, ein großer Meister, Wahlitaliener, der mit seinem Werk die zeitgenössische Kunst geprägt hat", schrieb der italienische Kulturminister Dario Franceschini am 17. Februar auf Twitter. Kounellis war bereits in den 1950er Jahren nach Italien gezogen und galt als einer der wichtigsten Mitstreiter der "Arte povera". Der Maler und Objektkünstler, der mit Joseph Beuys befreundet war, ist für seine monumentalen Installationen bekannt. Aus "armen Materialien" hatte Kounellis provokante Werke geschaffen und sich vom jeweiligen Ausstellungsort inspirieren lassen. Aufsehen erregte er etwa in den 1960er Jahren mit einer Aktion in Rom, für die er zwölf Pferde in einer Galerie anband.

Seine Kunst war dunkel
Kounellis' existenzieller Kunstbegriff kann in Zusammenhang mit seiner Biografie gesehen werden. In Griechenland wuchs er in einer Gesellschaft des Hasses auf, die aus einem blutigen Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und Nationalisten (1947-1949) kam. Sein Vater hatte sich als Antifaschist auf die Seite der Verlierer, der Linken, geschlagen. Die Gewinner des Bürgerkrieges, die Konservativen, verfolgten damals jeden, der auch nur annähernd Kontakt zu den Verlierern gehabt haben könnte.Für Kounellis, der auch gefragter Bühnenbildner, Theaterautor und exzellenter Zeichner war, sah seine Zukunft "düster" aus, wie er immer wieder sagte. Auch seine Kunst war dunkel, Schwarz sein Hauptmotiv. In seinem Heimatland ist ein Satz von Kounellis besonders berühmt. Er sagte: "Ich habe nie einen Menschen getötet. Ich bin jedoch bereit einen zu töten, wenn es um die Freiheit geht."

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