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Das Weltkriegsmuseum in Danzig hat einen Rechtsstreit um die Museumsleitung verloren. Die Regierungspartei darf nun nach Belieben in seine Arbeit eingreifen.
Das Weltkriegsmuseum in Danzig hat einen Rechtsstreit um die Museumsleitung verloren. Die Regierungspartei darf nun nach Belieben in seine Arbeit eingreifen.
Polnische Regierungspartei darf über Weltkriegsmuseum walten
Kulturzeit-News vom Mittwoch, 25.01.2017
Die konservative Regierung Polens hat einen Rechtsstreit um die Leitung des neuen Museums des Zweiten Weltkriegs in Danzig gewonnen. Dem Urteil vom 24. Januar 2017 zufolge verliert das Haus, das bald eröffnet werden soll, seine Unabhängigkeit. Der bisherige Museumsdirektor Pawel Machcewicz bedauerte diese Entscheidung zutiefst.
Die Regierungspartei könne nun die Ausstellung abändern lassen, das Projekt stoppen oder die Eröffnung verzögern, sagte er. Der Regierung war das Museum bisher zu wenig patriotisch. Das Kulturministerium kündigte nach dem Urteilsspruch an, eine geplante Fusion mit einem anderen Danziger Museum - dem Westerplatte-Museum - voranzubringen. Bereits am 1. Februar werde eine "neue kulturelle Institution" geschaffen, hieß es in einer Erklärung. Machcewicz hatte sich gegen diese Zusammenlegung gesperrt.

Regierungspartei will Fokus des Museums ändern
Die seit Herbst 2015 regierende Partei Recht und Gerechtigkeit hatte sich gegen das Museum des Zweiten Weltkriegs gewendet, weil es ihrer Meinung nach das Kriegsgeschehen zu sehr aus internationaler Sicht erzählt und den Schwerpunkt auf die zivilen Opfern der vielen, in den Krieg verwickelten Nationen legt.

Parteichef Jaroslaw Kaczynski hatte bereits vor Jahren gesagt, wenn er einmal die Macht habe, werde er den Fokus des Museums verändern und ausschließlich auf das Leid der Polen und das militärische Heldentum legen. Dies steht im Einklang mit der Politik der Partei, in dem Land ein stärkeres Bewusstsein der nationalen Identität und des Stolzes zu formen. Am 23. Januar hatte eine Besuchergruppe, darunter Reporter, das neue Museum des Zweiten Weltkriegs besichtigen dürfen.

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