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"Wir wollen Klarheit über die künftigen Eigentumsverhältnisse, damit das Viertel über mehrere Generationen langfristig gesichert ist."
"Wir wollen Klarheit über die künftigen Eigentumsverhältnisse, damit das Viertel über mehrere Generationen langfristig gesichert ist."
Hamburger Gängeviertel vereinbart Mediation mit der Stadt
Kulturzeit-News vom Freitag, 26.08.2016
Im "verflixten 7. Jahr" hat das Hamburger Gängeviertel eine Mediation mit der Stadt vereinbart. "Wir haben viel erreicht, so konnten wir unter anderem die Selbstverwaltung für die drei fertig sanierten Häuser übernehmen", sagte Sprecherin Christine Ebeling am 26. August 2016 in Hamburg.
Die Initiative betont, es gebe nach wie vor auch Probleme mit der Stadt. "Wir wollen Klarheit über die künftigen Eigentumsverhältnisse, damit das Viertel über mehrere Generationen langfristig gesichert ist", sagte Hannah Kowalski von der Initiative. Um diese Frage zu klären, wurde nun eine Mediation mit der Stadt vereinbart. Wegen der ungeklärten Eigentumsverhältnisse gibt es seit 2015 einen Planungsstopp für die noch nicht sanierten Gebäude, der dringend aufgehoben werden müsse. Insgesamt sollen auf dem Areal zwölf Wohnhäuser saniert werden. 2009 hatten 200 Künstler das vom Abriss bedrohte ehemalige Arbeiterviertel besetzt und den Erhalt gefordert. Für die Sanierung stellt die Stadt 20 Millionen Euro zur Verfügung.

"Wir wollen das Gängeviertel nicht besitzen, wir wollen aber sicher gehen, dass es nicht verkauft wird", sagte Kowalski. Die Initiative wäre auch bereit gewesen, das Gebäudeensemble zu kaufen. Dies wurde von der Stadt zurückgewiesen. Die Initiative habe daraufhin mehrere alternative Eigentumsmodelle vorgelegt. "Erst kürzlich haben wir am Beispiel des Schanzenhofs schmerzlich erfahren müssen, dass noch nach Jahrzehnten ein alternatives Projekt durch den Verkauf von öffentlichem Eigentum an einen privaten Investor unwiederbringlich zerstört werden kann", sagte Theo Bruns. Solch ein Szenario wolle man beim Gängeviertel verhindern.

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