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Moderation
Ernst A. Grandits
Sein kulturelles Interesse ging immer schon weit über den Fernsehbereich hinaus: "Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit - und beiden die Kulturzeit", sagt Ernst A. Grandits.
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© Reuters Lupe
Die Oasenstadt Palmyra hat der IS 2015 eingenommen und ihre antiken Stätten zerstört.
Parzinger für Wiederaufbau von Palmyra
Aktuelles vom Freitag, 11.03.2016
Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, spricht sich für einen Wiederaufbau der syrischen Tempelstadt Palmyra aus. Man müsse "ein sichtbares Zeichen gegen die Barbarei setzen", sagte Parzinger im Interview des "Kölner Stadtanzeiger" (Freitag). Der "perfide Terror" des "Islamischen Staates" dürfe nicht das letzte Wort haben.
Zunächst müsse natürlich das Leid der Menschen in den Kriegsgebieten gelindert werden, betonte der renommierte Prähistoriker. Doch nachdem Frieden eingekehrt sein werde, müsse es irgendwann auch eine archäologische Bestandsaufnahme geben. Keineswegs könne man alles rekonstruieren, sondern lediglich "das eine oder andere wichtige Monument". Zudem könne "das Ausgelöschte niemals die Authentizität des Originals ersetzen; das Zerstörte ist für immer verloren". Es gebe aber Monumente, so Parzinger, "die wichtig für die kulturelle Identität und das kollektive Gedächtnis der Menschen im Irak oder in Syrien sind".

Für Unesco-Blauhelme
Lupe
Hermann Parzinger ist Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
Der Prähistoriker sprach sich für künftige Einsätze einer Art Kultur-Eingreiftruppe, also Unesco-Blauhelmen, aus, um Attacken auf Welterbestätten zu unterbinden. Dies könne in Gebieten sinnvoll sein, in denen Unruhen ausbrechen oder sich staatliche Strukturen auflösen, die eigentlich für den Schutz von Denkmälern sorgen müssten. Wer solche Einsätze ausführen soll, sei noch unklar, sagte Parzinger. "Wer Militär zum Schutz von antiken Stätten einsetzt, darf damit diese Orte nicht erst recht zu Schlachtfeldern machen." Beim Einmarsch in den Irak 2003 hätten nach seiner Ansicht viele Plünderungen und Zerstörungen verhindert werden können, wenn man besser darauf vorbereitet gewesen wäre. Seit dem Irak-Krieg und den Zerstörungen in Mossul, Hatra und Palmyra sei klar geworden, "dass in Zeiten asymmetrischer Kriege Kulturgut immer schwieriger zu schützen ist". Immerhin hätten die Vereinten Nationen die gezielte Vernichtung von Kulturgut nun als Kriegsverbrechen geächtet.

Wer solche Einsätze ausführen soll, sei noch unklar, sagte Parzinger. "Wer Militär zum Schutz von antiken Stätten einsetzt, darf damit diese Orte nicht erst recht zu Schlachtfeldern machen." Beim Einmarsch in den Irak 2003 hätten nach seiner Ansicht viele Plünderungen und Zerstörungen verhindert werden können, wenn man besser darauf vorbereitet gewesen wäre. Seit dem Irak-Krieg und den Zerstörungen in Mossul, Hatra und Palmyra sei klar geworden, "dass in Zeiten asymmetrischer Kriege Kulturgut immer schwieriger zu schützen ist". Immerhin hätten die Vereinten Nationen die gezielte Vernichtung von Kulturgut nun als Kriegsverbrechen geächtet.

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Die Kulturzeit-Nachrichten vom Freitag, 11.03.2016
Kultur
Terror gegen Kulturgut
Wie Extremisten Welterbe zerstören