Montag bis Freitag 19.20 Uhr
Kalender
August 2016
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
0102030405
06
07
0809101112
13
14
1516171819
20
21
2223242526
27
28
293031
01
02
03
04
Mediathek
SENDUNG vom 26.08.2016
Sendung verpasst?

Navigationselement
Navigationselement
© dpa Lupe
Neben Unterhaltungsfilmen produzierte Artur Brauner auch Filme über den Nationalsozialismus.
Brauner stiftet dem Jüdischen Museum Filme
Aktuelles vom Dienstag, 08.03.2016
Der Filmproduzent Artur Brauner (97) will Zuschauern mit seinen Filmen über die Holocaust-Opfer vor allem eine Botschaft mitgeben. "Das Wichtigste wäre, glaube ich, dass man sagt: 'Jeder Mensch ist gleich'", sagte er am 7. März 2016 in Berlin, wo er dem Jüdischen Museum einige seiner Filme stiftete. Das sei das wichtigste Kriterium, um eine normale, humane Welt führen zu können.
Brauner sagte auch, er wolle die Opfer unvergessen machen: "Man muss was Gutes tun im Leben, insbesondere wenn man wie durch ein Wunder an diesem blieb". Er hatte selbst die Verfolgung der Nationalsozialisten überlebt und nach dem Zweiten Weltkrieg die CCC-Filmgesellschaft aufgebaut. Neben vielen Unterhaltungsfilmen produzierte er Filme über den Holocaust. 21 davon stellte er nun dem Jüdischen Museum zur Verfügung. Einige der Filme sind nach Angaben des Museums nicht mehr im freien Handel verfügbar, sie seien sonst nur in der Mediathek der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem zugänglich. Zu der Schenkung gehören etwa "Hitlerjunge Salomon" von 1990 und Romy Schneiders letzter Film "Die Spaziergängerin von Sans-Souci", der ebenfalls in Rückblenden von der NS-Zeit erzählt. Brauner appellierte, man müsse weiterhin Filme über die Zeit finanzieren und produzieren.

Er erzählte auch von einer prägenden Erinnerung. Er sei gegen Kriegsende mit einem Bauern mitgefahren, sie hätten aber nicht den richtigen Waldweg genommen. Der Fahrer habe gesagt, es sei besser so. "Das hat mich neugierig gemacht", sagte Brauner. Er sei in den Wald gegangen und habe ein Grab gefunden. "Nur Tote, noch nicht verschüttet." Ein erschossener Junge von vielleicht zehn, zwölf Jahren habe dort gelegen. "Und die offenen Augen haben mich angeschaut", sagte Brauner. Er habe das Gefühl gehabt, der Junge, der ihm immer noch vor Augen schwebe, gebe ihm einen Auftrag: Niemals vergessen.

Zurück zur Übersicht
Die Kulturzeit-Nachrichten vom 08.03.2016