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© dpa Lupe
In seinen Spendenbriefen weise er daraufhin, dass er das Spendengeld auch für die Organisation von Benefizkonzerten verwende, sagt Thomas Beckmann.
Cellist Beckmann wegen Spenden unter Druck
Aktuelles vom Freitag, 04.03.2016
Der mit Benefizkonzerten zugunsten von Obdachlosen bekanntgewordene Cellist Thomas Beckmann gerät wegen seiner Spendenpraxis unter Druck. Beckman wies am 3. März 2016 Vorwürfe zurück, er führe einen zu geringen Teil an Spenden für Obdachlosen-Organisationen ab und betreibe eine intransparente Vereinspolitik.
"Die Spenden wurden satzungsgemäß verwendet für Obdachlose und die Unterstützung der Benefiz-Konzerte" sagte Beckmann auf dpa-Anfrage. Der Hilfsverein wird auch von der Stadt Düsseldorf und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Diese prüfen jetzt aber ihre Zuschüsse. Zuerst hatte die "Rheinische Post" über die Kritik an Beckmann berichtet.

"Gemeinsam gegen Kälte"
In den vergangenen fünf Jahren habe das Land "Gemeinsam gegen Kälte" mit 307.200 Euro bezuschusst, teilte ein Sprecher des Sozialministeriums mit. Die Landesförderung wird derzeit vom Landesrechnungshof geprüft. Angaben zu Anlass und Umfang der Prüfung machte ein Sprecher der Behörde aber nicht. Die Stadt Düsseldorf gab 2014 für den Verein 15.000 Euro. Die für 2015 beantragte Förderung von 50.000 Euro habe der Stadtrat mit einem Sperrvermerk belegt, sagte ein Stadtsprecher. Er solle aufgehoben werden, wenn der Verein ein Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) vorlege. Das seit 1992 vergebene DTZ-Siegel gilt als Gütezeichen für seriöse Hilfsorganisationen.

Beckmann sagte, der Verein werde bereits von der Stadt, dem Land, der Bezirksregierung und dem Finanzamt geprüft. Er brauche dafür kein DZI-Spendensiegel. Die meisten kleinen Vereine verfügten nicht darüber. Im Jahr 2014 habe der Verein 121.000 Euro an Spenden ausgeschüttet, für 2015 bisher 99.000 Euro, sagte Beckmann weiter. Weitere rund 50.000 Euro sollen dazukommen. Wie hoch die Summe letztlich sei, hänge davon ab, wie die Konzerte 2016 liefen. Derzeit seien seine Kirchenkonzerte bundesweit nicht mehr so gut besucht, "weil das Thema Flüchtlingshilfe das Thema Obdachlosigkeit völlig überlagert", sagte Beckmann. Er selbst bekomme ein Honorar von 4000 Euro im Monat. Der Musiker war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil er sich weigerte, aus seiner Wohnung im historischen Schumann-Haus in Düsseldorf auszuziehen. Die Stadt möchte daraus ein Museum für den Komponisten Robert Schumann machen.

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Die Kulturzeit-Nachrichten vom 04.03.2016