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© Reuters Lupe
"Als Journalist in der Türkei gehört ein Gefängnisaufenthalt zu Ihrem Karriereplan", sagt Can Dündar, Chefredakteur von "Cumhuriyet" ironisch.
Dündar kündigt offensiven Prozess an
Aktuelles vom Donnerstag, 03.03.2016
Der aus der Untersuchungshaft entlassene Chefredakteur der türkischen Tageszeitung "Cumhuriyet", Can Dündar, hat angekündigt, dass er in seinem Prozess wegen Spionage den Spieß umdrehen und "Verbrechen des Staates" anprangern werde.
Der regierungskritische Journalist sagte am 2. März 2016 vor Journalisten in Istanbul, er und sein Mitangeklagter Erdem Gül, "Cumhuriyet"-Büroleiter in Ankara, würden sich "nicht verteidigen", sondern gleich in die Offensive gehen. Der Beginn des Verfahrens wegen des Vorwurfs der Spionage und eines Umsturzversuchs ist für den 25. März in Istanbul angesetzt. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft. "Als Journalist in der Türkei gehört ein Gefängnisaufenthalt zu Ihrem Karriereplan", sagte Dündar ironisch. "Wir sind Journalisten, keine Staatsbedienstete. Unsere Pflicht ist es, die Öffentlichkeit zu informieren, auch über illegale Handlungen der Regierung." Der Chefredakteur prangerte zugleich das vom islamisch-konservativen Staatschef Recep Tayyip Erdogan verbreitete "Klima der Angst" an.

Erdogan hatte die Entscheidung des Verfassungsgerichts zur Freilassung der beiden prominenten Journalisten am 28. Februar 2016 kritisiert und erklärt, in dem Fall gehe es nicht um "Meinungsfreiheit", sondern um "Spionage". Das Gericht hatte die Inhaftierung am 25. Februar für unrechtmäßig erklärt. Am 26. waren Dündar und Gül nach 92 Tagen in U-Haft auf freien Fuß gekommen. Die beiden Journalisten waren unter dem Vorwurf festgenommen worden, einen Artikel und ein Video verbreitet zu haben, in dem es um Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an islamistische Rebellen in Syrien ging. Erdogan hatte persönlich Strafanzeige gegen Dündar und Gül gestellt, was bei der Opposition und im Ausland auf scharfe Kritik stieß.

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Die Kulturzeit-Nachrichten vom 03.03.2016
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