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© dpa Lupe
Mahan Esfahani nimmt die Pöbeleien im Kölner Konzertsaal gelassen.
Iranischer Musiker nach Pöbeleien gelassen
Aktuelles vom Mittwoch, 02.03.2016
Trotz heftiger Reaktionen des Publikums will der iranische Musiker Mahan Esfahani bald nach Köln zurückkommen. "Im April sei er für Aufnahmen beim Deutschlandfunk in der Stadt." Und im März 2017 werde er in der Philharmonie jenes Stück noch einmal spielen, das er dort nun habe abbrechen müssen, sagte der in Großbritannien lebende Cembalist dem "Kölner Stadt-Anzeiger".
Esfahani hatte mit dem Stück von Steve Reich für Cembalo und Tonbandeinspielungen aus den 1960er Jahren aufgehört, nachdem viele der 1800 Zuhörer mittendrin geklatscht oder auch gelacht und dazwischengerufen hatten. "Wovor haben Sie Angst?", fragte er das Publikum auf Englisch. Darauf erntete er Zurufe wie: "Sprich Deutsch!" In den sozialen Netzwerken wurde der Vorfall intensiv diskutiert. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob die Pöbelei im Konzertsaal Ausdruck einer neuen Fremdenfeindlichkeit sei. Esfahani selbst brachte die aufgebrachten Reaktionen in einer Stellungnahme für die Klassik-Website Slipped Disc nicht mit Rassismus in Verbindung. Nachvollziehen kann er den Ärger allerdings nicht: Die Komposition von Reich sei nun wirklich keine Avantgarde, sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Philharmonie-Sprecher Sebastian Loelgen sagte, die anderen, mehrheitlich klassischen Stücke seien sehr gut angekommen, am Ende habe Esfahani sogar Zugaben gegeben. Man dürfe auch nicht vergessen, dass das Konzert am Sonntagnachmittag gewesen sei - da erwarte ein überwiegend älteres Publikum eher Klassisches und Leichtes. Eine gewisse "Verrohung" sei aber ohne Zweifel zu konstatieren.

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Die Kulturzeit-Nachrichten vom 02.03.2016