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© ap Lupe
Chefanklägerin Fatou Bensouda bringt zum ersten Mal Kulturgutzerstörung als Hauptanklagepunkt vor den Internationalen Strafgerichtshof.
Zerstörungen in Mali waren Kriegsverbrechen
Aktuelles vom Dienstag, 01.03.2016
Die Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) hat die Zerstörung jahrhundertealter religiöser Stätten in der malischen Wüstenstadt Timbuktu als Kriegsverbrechen eingestuft.
Es handele sich um einen "Angriff auf die gesamte Bevölkerung und ihre kulturelle Identität", sagte Fatou Bensouda am 1. März 2016 bei einer Anhörung in Den Haag. Eine solche Tat dürfte nicht ungestraft bleiben. Die Anklage strebt einen Prozess gegen den mutmaßlichen Islamisten Ahmad al-Faqi al-Mahdi an. Der Beschuldigte soll als führendes Mitglied des Al-Kaida-Verbündeten Ansar Dine zwischen dem 30. Juni und dem 10. Juli 2012 an der Zerstörung von neun Mausoleen und einer Moschee in Timbuktu beteiligt gewesen sein. Die radikalen Islamisten betrachten die Verehrung von Heiligen als Götzendienst.

Es ist das erste Mal, dass sich der IStGH mit der Zerstörung von religiösen Bauwerken und historischen Monumenten befasst. Faqi ist auch der erste mutmaßliche Dschihadist, der sich womöglich vor dem Gerichtshof verantworten muss. Ob tatsächlich ein Prozess eröffnet wird, müssen die Richter des IStGH entscheiden. Es gehe nicht nur um "Wände und Steine", betonte Chefanklägerin Bensouda. Die Kulturstätten seien aus religiöser und historischer Sicht äußerst wertvoll gewesen. "Wir müssen uns erheben gegen die Zerstörung und Verunstaltung unseres gemeinsamen Erbes", sagte Bensouda. Timbuktu erlebte seine Blütezeit im 15. und 16. Jahrhundert. Die UN-Kulturorganisation Unesco, die Timbuktu zum Weltkulturerbe zählt, begann 2014 mit der Rekonstruktion der zerstörten Stätten.

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