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© dpa Lupe
Erstmals nenne der Bericht auch die Namen der Verantwortlichen für die Kostenexplosion und die Zeitverzögerungen bei der Elbphilharmonie.
Elbphilharmonie: Schuldige benannt
Die Nachrichten vom Dienstag, 07.01.2014
Überforderte Politiker, chaotische Planung - der Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses für das Elbphilharmonie-Desaster in Hamburg spricht laut Berichten von "Spiegel Online" und der "Bild" Bände.
Erstmals nenne der 724 Seiten starke Bericht auch die Namen der Verantwortlichen für die Kostenexplosion und die Zeitverzögerungen bei der Elbphilharmonie. Demnach wollten alle Beteiligten das Prestigeprojekt unbedingt umsetzen, ohne den Steuerzahlern die wahren Kosten zu präsentieren.

Desinteresse, Chaos, Täuschung
Hamburgs damaliger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) habe sich vor allem durch Desinteresse an unbequemen Details ausgezeichnet, heißt es. Dem städtischen Projektkoordinator für die Elbphilharmonie, Hartmut Wegener, attestiere der Bericht eine Mischung aus Unfähigkeit und Selbstherrlichkeit. Der spätere Geschäftsführer der Realisierungsgesellschaft (ReGe), Heribert Leutner, habe versucht, Bürgerschaft und Öffentlichkeit zu täuschen. Die ehemalige Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) habe "die Bürgerschaft nicht richtig und rechtzeitig über wichtige Umstände informiert". Und der damalige Chef der Senatskanzlei Volkmar Schön (CDU) sei seiner Aufsichtspflicht nicht gerecht geworden.

Auch die Architekten Herzog & de Meuron und der Baukonzern Hochtief kommen in dem Abschlussbericht nicht gut weg: Weil fertige Baupläne nicht rechtzeitig vorgelegen hätten, sei es zu einer "chaotischen Situation einer aufwendigeren Planung parallel zum Bau" gekommen. Über den Baukonzern Hochtief äußert der Bericht die Vermutung, das Unternehmen habe den Angebotspreis von Anfang an niedrig kalkuliert, um später Nachforderungen zu stellen. So stiegen die Kosten für das Konzerthaus von ursprünglich 77 Millionen Euro auf mittlerweile 789 Millionen Euro - die Eröffnung wurde mehrfach von 2010 auf 2017 verschoben.

Forderung: Bericht sofort online stellen
Nach der Veröffentlichung des vertraulichen Berichtsentwurfs hat die Links-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft gefordert, den kompletten Bericht sofort online zu stellen. "Seit Jahren werden Abgeordnete und Fraktionsmitarbeiter im Untersuchungsausschuss Elbphilharmonie zu strikter Geheimhaltung der Unterlagen und Akten verpflichtet", sagte Norbert Hackbusch, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion. "Die zum Teil absurden Vorschriften dieser Geheimniskrämerei erschweren die Aufklärung der Sachfragen und die Bewältigung der Materialflut erheblich." Für den Vorsitzenden des Ausschusses, Ole Thorben Buschhüter (SPD), ist die Vorabveröffentlichung "sehr ärgerlich". Es sei "nur ein Entwurf, die Abgeordneten müssen den Bericht jetzt erstmal lesen", so Buschhüter. Am 14./15. Februar werde er im Ausschuss öffentlich beraten, mit einer Veröffentlichung des Abschlussberichts sei erst im April zu rechnen.

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