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© AP Lupe
Seine mehrfachen Bitten um Interviews mit Assange und Manning bei der Vorbereitung des Films seien abgelehnt worden, so der Regisseur Alex Gibney.
Wikileaks kritisiert Dokumentarfilm
News vom Freitag, 24.05.2013
Wikileaks hat heftige Kritik an einem neuen Dokumentarfilm geäußert, der die Praktiken der Enthüllungsplattform anprangert. Darin werde unter anderem die Beziehung zwischen dem US-Soldaten und mutmaßlichen Informanten Bradley Manning sowie Wikileaks-Gründer Julian Assange auf "extrem unverantwortliche" Weise verzerrt, hieß es vor der Premiere des Films "We Steal Secrets: The Story of Wikileaks" am 24. Mai 2013 in den USA.
Zudem werde die Manning vorgeworfene Weitergabe geheimer Informationen an die Enthüllungswebseite "als Charakterschwäche, statt als Triumph des Gewissens dargestellt". Die Dokumentation des Regisseurs Alex Gibney deute "falscherweise und entgegen aller Beweise an, dass Assange sich mit Bradley Manning zur Spionage und zu anderen Straftaten verschworen hat", kritisierte Wikileaks in einer Stellungnahme am 23. Mai 2013. Es veröffentlichte ein Schriftstück, bei dem es sich eigenen Angaben nach um eine kommentierte Abschrift des Drehbuchs handelt. Darin werden gleich mehrere Falschbehauptungen und Fehldeutungen Gibneys moniert. Wikileaks wies darauf hin, dass "sich weder Assange noch irgendjemand anderes aus dem Wikileaks-Umfeld während der vergangenen zweieinhalb Jahre bereit erklärt hat, in dem Film mitzuwirken".

Machtmissbrauch und Anmaßung
Gibney war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. In einem Interview mit dem Sender CBS hatte er jedoch kürzlich erklärt, seine Dokumentation behandle "sowohl den Machtmissbrauch und die Anmaßung der US-Regierung, als auch seitens Julian Assange selbst". Gibneys damaliges Fazit: "Im Moment des größten Ruhms ähnelt er (Assange) allzu sehr jenen Feinden, deren Machenschaften er aufdecken wollte." Seine mehrfachen Bitten um Interviews mit Assange und Manning bei der Vorbereitung des Films seien abgelehnt worden.

Der US-Soldat Manning hatte gestanden, während seiner Stationierung im Irak 2010 geheime Daten von Militärrechnern heruntergeladen zu haben. Dabei brachte er zwei Datenbanken in seinen Besitz, in der die täglichen Zwischenfälle der US-Einsätze im Irak und in Afghanistan aufgeführt wurden. Außerdem kopierte der Obergefreite vertrauliche Depeschen von US-Diplomaten und ein Video, das den tödlichen Beschuss von Zivilisten durch einen US-Kampfhubschrauber zeigt. Diese Informationen reichte er dann nach eigenen Angaben an Wikileaks weiter. Der Australier Assange wiederum hält sich seit fast einem Jahr in der Botschaft Ecuadors in London auf, um einer Auslieferung an Schweden zu entgehen, wo wegen Vergewaltigungsvorwürfen gegen ihn ermittelt wird.

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