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© dpa Lupe
2017 soll die Elbphilharmonie eröffnet werden.
Elbphilharmonie: Stadt und Hochtief einigen sich
News vom Freitag, 01.03.2013
Nach fast eineinhalb Jahren Stillstand auf Hamburgs berühmtester Baustelle kann es endlich weitergehen mit der Elbphilharmonie: Am 1. März 2013 einigten sich die Stadt Hamburg und der Baukonzern Hochtief endgültig auf eine gemeinsame Fortführung des Projekts. Das teilte Senatssprecher Christoph Holstein der Nachrichtenagentur dpa mit.
Die Stadt und der Baukonzern streiten sich seit Jahren um Kostenexplosionen und Zeitverzögerungen bei dem Prestigeprojekt. Sollte die Elbphilharmonie ersten Schätzungen zufolge den Steuerzahler 77 Millionen Euro kosten und 2010 fertig sein, liegen die Kosten mittlerweile bei mindestens 575 Millionen Euro, die Eröffnung wurde auf 2017 verschoben. Nach Medienberichten könnten die Kosten auf über 600 Millionen Euro steigen. Damit würde die Elbphilharmonie von den Kosten her das bisher größte deutsche Kulturprojekt - die Rekonstruktion des Berliner Schlosses - übertreffen. Für das Berliner Projekt waren bislang 590 Millionen Euro veranschlagt.

"Eines der besten Konzerthäuser der Welt"
Die Eckpunkte des neuen Vertrages sehen nach Medienberichten vor, dass Hochtief das Konzerthaus bis Sommer 2016 zu Ende baut und schlüsselfertig an die Stadt übergibt. Für einen erneuten Nachschlag von 198 Millionen Euro übernimmt der Baukonzern dafür sämtliche Risiken und stellt die Elbphilharmonie gemeinsam mit den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron fertig, die Stadt zieht sich nahezu komplett zurück. Auch für die zuletzt strittige Akustik des Großen Konzertsaals will der Konzern Medienberichten zufolge eine Garantie übernehmen, solange es sich dabei um messbare Bauleistungen handelt. Bei der Neuordnung des Projektes Elbphilharmonie haben sich nach Worten der Hamburger Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) alle Beteiligten weit aufeinander zu bewegt. Diese konstruktive Haltung auf allen Seiten habe den Weg freigemacht, erklärte die Politikerin am 1. März 2013. "Wir haben während der langen und schwierigen Verhandlungen nie das eigentliche Ziel aus den Augen verloren: Für Hamburg eines der besten Konzerthäuser der Welt zu bauen."

Das Konzerthaus mit 2150 Plätzen, integriertem Luxushotel und 45 Eigentumswohnungen soll einmal zu den zehn besten Konzerthäusern der Welt gehören. Der Große Konzertsaal ist nach dem Weinberg-Prinzip gebaut, mit einer Bühne in der Mitte, die von terrassenförmigen Publikumsrängen umgeben ist. Für die Akustik ist mit dem Japaner Yasuhisa Toyota einer der besten Akustiker der Welt verantwortlich. Bevor es mit den Bauarbeiten auf Hamburgs berühmtester Baustelle weitergehen kann, muss jedoch noch die Bürgerschaft über das Projekt entscheiden. Sie will die Verträge gründlich prüfen und auch Experten anhören, bevor es zu einer Abstimmung kommt.

Reaktion von Herzog & de Meuron
Nach der Einigung zur Fertigstellung der Elbphilharmonie hoffen die Architekten Herzog & de Meuron, dass die Begeisterung für das spektakuläre Konzerthaus wieder in den Mittelpunkt rückt. "Wir hoffen, dass die jetzt bezüglich der Entwicklung des Projekts und der vertraglichen Grundlagen hergestellte Transparenz bei den Bürgern neues Vertrauen schafft", sagte ein Unternehmenssprecher am 1. März 2013. "Unter den gegebenen Umständen wurde die beste Lösung erarbeitet, um nunmehr die zügige Fertigstellung der Elbphilharmonie zu ermöglichen." Entscheidend für Herzog & de Meuron sei, dass auch unter Berücksichtigung des Zeit- und Kostendrucks keine Abstriche bei der Architektur und Ausführungsqualität gemacht werden, hieß es.

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Das Drama um das Hamburger Konzerthaus