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© dapd Lupe
Die Aufseher der Stadt Hamburg haben jede Menge Mängel am Bau entdeckt.
Hamburg: Senat rechnet in Bericht mit Hochtief ab
News vom Mittwoch, 22.08.2012
Der SPD-geführte Hamburger Senat rechnet in seinem sogenannten Sachstandsbericht zur umstrittenen Elbphilharmonie mit dem Auftragnehmer Hochtief ab. Die unfertige Konzerthalle zeige bereits jetzt Mängel, heißt es in dem 15-seitigen Dokument, das der Senat am 21. August 2012 beschlossen hat.
Bis heute habe die Adamanta AG, ein Konsortium aus Hochtief und der Commerz Real AG, als Vertragspartner der Stadt "10.000 Mängel produziert, von denen etwa 7300 noch nicht behoben worden sind", heißt es darin. Allein die Behebung dieser Mängel werde 8,2 Millionen Euro kosten. So seien den Aufsehern der Stadt "Rissbildung im Putz", "mangelhafte Sichtbetonoberflächen" oder "mangelhafte Aufzugsschwellen" aufgefallen. Zudem wiederholt der Senat in dem Bericht seinen Vorwurf, dass größtenteils die Adamanta und Hochtief Schuld an der Bauverzögerung hätten. Demnach gehen von 20 Monaten Bauverzögerung 17 Monate auf das Konto des Auftragnehmers.

Geplante Fertigstellung: erst 2015
Die SPD-Fraktion wertete den Senats-Bericht zur Elbphilharmonie als "volle Transparenz über den aktuellen Stand". "Das sind wir der Bürgerschaft, den Steuerzahlern und der ganzen Stadt schuldig", sagte die SPD-Fachsprecherin für Kultur, Gabi Dobusch. Das Konzerthaus in der HafenCity ist seit Jahren Streitobjekt zwischen der Stadt Hamburg und Hochtief. Ursprünglich war für die Stadt ein Kostenanteil von 77 Millionen Euro veranschlagt worden. Mittlerweile ist die Belastung für den Steuerzahler auf mindestens 323,5 Millionen Euro gestiegen. Die geplante Fertigstellung hat sich inzwischen auf 2015 verschoben.

Erst Anfang Juli 2012 war ein weiteres Ultimatum abgelaufen, in dem die Stadt Hochtief mit Vertragskündigung drohte. Zuvor hatten seit Herbst 2011 die Arbeiten an der Elbphilharmonie wegen eines Streits um eine Verstärkung des Saaldachs geruht. Vor Ablauf des Ultimatums einigten sich die Vertragspartner auf neue Eckpunkte. Demnach sollte Hochtief stärker in die Planungen eingebunden werden. Die Stadt halte eine Verstärkung des Dachs weiter für unnötig, wolle aber nun zulassen, dass Hochtief auf eigene Kosten Messungen vornimmt, um die Statik des Dachs zu prüfen, heißt es in dem Sachstandsbericht.

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Die Nachrichten vom Mittwoch, 22.08.2012
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Das Drama um das Hamburger Konzerthaus