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© dpa Lupe
Der Regisseur Eberhard Itzenplitz verfilmte brisante zeitgeschichtliche Themen.
Regisseur Eberhard Itzenplitz gestorben
News vom Dienstag, 24.07.2012
Der Schauspieler und Regisseur Eberhard Itzenplitz ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Er sei bereits am 21. Juli 2012 einer langen und schweren Krankheit erlegen, teilten sein Sohn und die Trauerhilfe Denk in München mit.
Itzenplitz machte sich vor allem durch seine gesellschaftskritischen Filme einen Namen. Gemeinsam mit namhaften Drehbuchautoren arbeitete er die Vergangenheit auf und nahm Gegenwartsprobleme ins Visier. Vielbeachtete Fernsehfilme waren unter anderen "Die Dubrow-Krise" (1968), die DDR-Aussteigergeschichte "Die neuen Leiden des jungen W." (1975) oder der heiß umstrittene Ulrike-Meinhof-Film "Bambule" (1970), der wegen der terroristischen Verstrickung der Drehbuchautorin über Jahrzehnte im "Giftschrank" des Südwestfunks aufbewahrt und erst 1994 ausgestrahlt wurde.

1984 entstand der Schwarz-Weiß-Film "Die Mitläufer" nach Büchern des bekannten Dokumentaristen Erwin Leiser, in dem Itzenplitz ein Bild vom Alltag des "kleinen Mannes" im Dritten Reich mittels Spielszenen und dokumentarischen Aufnahmen zu vermitteln suchte. Auch die Zeit nach 1945 ist bei ihm immer wieder Gegenstand der filmischen Auseinandersetzung, wie in die "Rosinenbomber" von 1988, die Nachkriegsjahre in der Ostzone ("Für'n Groschen Brause", 1983) oder - nach einer Romanvorlage von Stefan Heym - der Kreis "Schwarzenberg" (1989), in dem nach Mai 1945 der Traum einer autonomen Republik geträumt wurde. Anfang der 1990er Jahre inszenierte Itzenplitz nach dem Drehbuch von Horst Bieber den Film "Gerichtstag", in dem indirekt auf die Hausbesetzerszene der Hamburger Hafenstraße angespielt wird. Itzenplitz wurde unter anderem mit dem Grimme-Preis in Silber (1970) und dem DAG-Fernsehpreis in Gold ausgezeichnet.

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