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© dpa Lupe
Die mexikanische Journalistin Ana Lilia Pérez berichtet über organisiertes Verbrechen.
Leipziger Medienpreis 2012
News vom Dienstag, 03.07.2012
Den Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien der Leipziger Medienstiftung erhalten in diesem Jahr die mexikanische Journalistin Ana Lilia Pérez, das ungarische Journalisten-Team Balázs Nagy Navarro und Aranka Szávuly sowie die deutsche Journalistin Bettina Rühl.
Mit dem Preis würden vier Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich besonders mutig und couragiert für die Pressefreiheit einsetzen, teilte die Medienstiftung am 3. Juli 2012 mit. Die mit insgesamt 30.000 Euro dotierte Auszeichnung soll ihnen am 8. Oktober 2012 in Leipzig überreicht werden. Gäbe es nicht immer wieder Menschen, die sich nicht einschüchtern lassen und die denen eine Stimme geben, die keine haben, wäre es mit der Presse- und Medienfreiheit auch um die Meinungsfreiheit geschehen, sagte der geschäftsführende Vorstand der Medienstiftung, Stephan Seeger, zur Begründung.

Mutige Journalisten
Die investigative Journalistin Ana Lilia Pérez gilt als eine der renommiertesten Reporterinnen Mexikos. Seit Jahren berichtet sie über die Machenschaften des organisierten Verbrechens und seiner Komplizen in der mexikanischen Politik. Wegen Morddrohungen befindet sie sich derzeit zu einem einjährigen Studienaufenthalt in Deutschland. Die beiden ungarischen Journalisten Balázs Nagy Navarro und Aranka Szávuly waren bis vor kurzem Redakteure beim öffentlich-rechtlichen ungarischen Fernsehen MTV. Aus Protest gegen Manipulationen in Nachrichtensendungen durch Parteigänger der Orban-Regierung traten sie im Dezember 2011 in einen dreiwöchigen Hungerstreik. Daraufhin wurden sie widerrechtlich auf die Straße gesetzt und werden seitdem von den von der Regierung kontrollierten Medien kritisiert und diffamiert.

Bettina Rühl ist seit 1988 freie Journalistin und Feature-Autorin mit dem Schwerpunkt Afrika. Seit April 2011 ist sie freie Afrika-Korrespondentin in Nairobi und arbeitet unter anderem für den Evangelischen Pressedienst (epd), die ARD, den Deutschlandfunk und verschiedene Zeitungen. 2011 berichtete sie unter besonders heiklen Bedingungen über die Situation im vom Bürgerkrieg gezeichneten Mogadischu. Mit dem "Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien" ehrt die Medienstiftung seit 2001 jährlich Journalisten, Verleger und Institutionen, die sich mit hohem persönlichen Einsatz für die Freiheit und Zukunft der Medien engagieren. Der Preis soll auch die Erinnerung an die friedliche Revolution in Leipzig am 9. Oktober 1989 wach halten: Damals forderten die Demonstranten "eine freie Presse für ein freies Land."

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