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Themen am 13.12.2017Navigationselement
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© dpa Lupe
"Das Blutbuchenfest" beleuchtet ein Milieu, in dem sich Kulturbetriebsamkeit und Geldadel, Rücksichtslosigkeit und Eitelkeit mischen.
Dekadenz und Distanz
Martin Mosebachs Roman "Das Blutbuchenfest"
Der Schriftsteller Martin Mosebach hat in seinen Büchern schon oft von Frankfurt am Main erzählt - dem bleibt er auch in seinem neuen Roman treu: In "Das Blutbuchenfest" widmet er sich einem Milieu, in dem sich Kulturbetriebsamkeit und Geldadel, Rücksichtslosigkeit und Eitelkeit mischen.
Martin Mosebach ist ein bissiger Kritiker, aber auch ein disziplinierter Handwerker. "Zum Schreiben erlege ich mir Disziplin auf", sagt er, "eine bestimmte Menge, die jeden Tag geschrieben werden muss. Dafür habe ich mir sogar eine Handschrift angewöhnt, die es mir erlaubt, das genau zu messen." So entstehen Genauigkeit und Distanz zu Figuren und Orten - auch zu einem bosnischen Dorf, kurz vor dem Beginn der Kriegshandlungen 1991.

In "Das Blutbuchenfest" ist das Dorf ein Gegenbild zu Frankfurt, aber fest damit verschränkt durch die Gestalt einer Putzfrau, die in beiden Welten zuhause ist und von beiden das Schlechteste zu sehen bekommt. "Wenn man Orte recherchiert, bleibt man beim Erzählen leicht ein Sklave dieser Recherchen", so Mosebach. "Freier ist man, wenn die Dinge in die Erinnerung eingegangen sind, wenn sich Fantasie und Erinnerung in einem vermischt haben - dann ist man bei sich selbst."

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Kulturzeit-Gespräch ...
© ZDFVideomit Hubert Winkels, Literaturkritiker
(04.02.2014)
Buch
© Carl Hanser VerlagLupeDas Blutbuchenfest
von Martin Mosebach
Carl-Hanser-Verlag 2014
ISBN-13: 978-3446244795