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© Gaby Gerster Lupe
Meyers Figuren sind Menschen zwischen Suff, Sucht, Absturz und Verzweiflung.
Wahnsinn der Welt
Clemens Meyers "Im Stein"
"Schreiben ist wichtiger als alles andere. Wenn es fließt, ist es schön. Dann schreibe ich wie im Tunnel", sagt Clemens Meyer. Gerade ist er für den Deutschen Buchpreis nominiert worden. Den der Leipziger Buchmesse hat er bereits.
Auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2013 steht er für "Im Stein" - ein Buch über das Leipziger Nachtleben, von der Endzeit-DDR, fast bis heute. Es geht um organisierte Prostitution, knallharte Strippenzieher, verlorene Seelen. Wieder zeigt sich Meyer als "Meister des Ungeschönten", wie ihn das Feuilleton bezeichnet. Der Mord an einem kleinen Mädchen, der Amoklauf in Winnenden: Clemens Meyer schreibt über den Wahnsinn der Welt. Seine Figuren sind Menschen zwischen Suff, Sucht, Absturz und Verzweiflung. Autoknacker, Hooligans, Arbeitslose in Knast und Kneipe, auf der Pferderennbahn und im Boxclub.

Als "Irrungen und Wirrungen" bezeichnet der 1977 in Leipzig geborenen Meyer eine Phase seines Lebens. Er sitzt im Jugendknast, unter anderem, weil er Autos klaut. Er geht zum Bau, weil er nicht zur Uni will. Als der Rücken kaputt ist, studiert er doch - am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Geld verdient er als Wachmann und er beantragt Sozialhilfe. Clemens Meyer blickt in "Im Stein" auf die dunklen Seiten einer Stadt. Ungehemmt und doch nicht ohne Achtung vor seinen Figuren und ihrer ganz eigenen Welt.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Buch
© S. FischerLupeClemens Meyer
"Im Stein"
S. Fischer 2013
ISBN-13: 978-3100486028
Mediathek
© ZDFVideoHubert Winkels im Gespräch über Clemens Meyers "Im Stein" (16.08.2013)