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Kulturzeit heute
18. April 2014
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    Wir wünschen frohe Ostern!
© dpa Lupe
Stellvertretend für eine ganze Generation geht Rennefanz zurück in die verdrängte, verhasste Vergangenheit, in das graue Jahrzehnt der 1990er Jahre.
Die Wendegeneration
Sabine Rennefanz' "Eisenkinder"
Hart und brüchig wie EKO-Eisen - so beschreibt Sabine Rennefanz sich und ihre Altersgenossen in ihrem Erstlingswerk "Eisenkinder". Stellvertretend für eine ganze Generation geht die 38-Jährige zurück in die verdrängte, verhasste Vergangenheit, in das graue Jahrzehnt der 1990er Jahre, in die verzweifelte Zeit zwischen "nicht mehr" und "noch nicht". Eine Zeit, die Rennefanz in der sozialistischen Modellstadt Eisenhüttenstadt verbracht hat.
Die Biografie der Journalistin ist zum Einen der Beweis, dass das seit Bekanntwerden des Terror-Kommandos NSU wieder erstarkende Vorurteil vom braunen Osten nicht stimmt. Zum Anderen macht sie anhand ihrer aberwitzigen Begeisterung und ihrem fundamentalistischen Engagement für eine Freikirche deutlich, dass ihre Generation durchaus eine Empfänglichkeit für einfache Wahrheiten hatte, dass die Erfahrung von Anarchie und Orientierungslosigkeit gerade für Pubertierende ein hochexplosiver Moment war. Die bekannten Thesen vom "Gefühlsstau einer verlorenen Generation" füllt Rennefanz mit Leben und liefert damit einen wichtigen Beitrag zur weiterhin ausstehenden Debatte um rechtsextreme Gewalt in (Ost)Deutschland.

Der "Aspekte"-Beitrag in der ZDFmediathek ......

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Buch
Sabine Rennefanz
"Eisenkinder. Die stille Wut der Wendegeneration"
Luchterhand 2013
ISBN-13: 978-3630874050