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26. Mai 2016
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Tina Mendelsohn
Der interaktive Charakter des Fern-
sehinterviews reizt Tina Mendelsohn immer wieder. Idealerweise entwickelt sich dort ein Gespräch mit einem echten Erkenntnisgewinn, sagt sie.
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© ZDF Lupe
Byung-Chul Han beschreibt unsere Gesellschaft als "Hölle des Gleichen".
Leidenschaftlicher Denker
Byung-Chul Han und "Die Agonie des Eros"
Der Eros besiegt die Depression. Das ist das Credo des neuen Buches des 53-jährigen Philosophen Byung-Chul Han, "Die Agonie des Eros". Der gebürtige Koreaner ist einer der radikalsten Denker Deutschlands. Seine Bücher sind ungewöhnlich kurz, aber gehaltvoll, und für einen Philosophen sehr meinungsstark.
Han ist ein leidenschaftlicher Denker, der die Übertreibung zu seinem Stilmittel erklärt. "Die Wahrheit liebt es, sich zu verbergen", sagt er. Schon mit seinem Buch "Müdigkeitsgesellschaft" hat er unsere Tendenz zur Selbstausbeutung beschrieben, die durch die scheinbare Freiheit des Neoliberalismus befördert wird, letztlich aber in eine noch nie dagewesene Erschöpfung mündet. Die zeitgenössische Gesellschaft beschreibt er als "Hölle des Gleichen".

In "Die Agonie des Eros" analysiert er das Verschwinden der Liebe zugunsten eines extremen Narzissmus. Der Andere wird zum Sexualobjekt, das man problemlos austauschen kann. Gleichzeitig gibt es aber keine erotische Erfahrung mehr, weil alles problemlos konsumierbar und austauschbar wird, auch die Liebe. Für Han ist die Lösung eine Wiederkehr des Eros im antiken Sinn, der uns ermöglichen kann, den Anderen wieder zu lieben und die Depression zu überwinden.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Buch
Byung-Chul Han
"Agonie des Eros"
Matthes & Seitz Berlin 2012
ISBN-13: 978-3882219739
ZDFmediathek
Der "aspekte"-Beitrag von Peter Schiering
Info
Byung-Chul Han ist Professor für Kulturwissenschaft und Leiter des Studium Generale an der Universität der Künste in Berlin. Momentan hält er unter anderem Vorlesungen unter dem Titel: "Der Andere".