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20. Mai 2013
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Moderation
Ernst A. Grandits
Sein kulturelles Interesse ging immer schon weit über den Fernsehbereich hinaus: "Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit - und beiden die Kulturzeit", sagt Ernst A. Grandits.
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© ap Lupe
Richard Fords Roman spielt in der Landschaft des kanadischen Sesketchewan.
Realistischer Chronist
Richard Ford und sein Roman "Kanada"
15-jährige Zwillinge verlieren plötzlich die Eltern, die nach einem dilettantischen Banküberfall gefasst werden. Der US-Autor Richard Ford hat aus diesem Stoff einen Roman über eine ganz große Frage gemacht: Wie weiterleben nach schwersten Verlusten? Ford stellt sein Buch "Kanada" jetzt in Deutschland vor.
"Zuerst will ich von dem Raubüberfall erzählen, den meine Eltern begangen haben. Dann von den Morden, die sich später ereigneten. Meine Eltern waren die unwahrscheinlichsten Bankräuber der Welt."
(Richard Ford: "Kanada")

Kanada, Anfang der 1960er Jahre: Ein US-Geschwisterpaar ist auf der Flucht. Eine paradiesische Kindheit sieht anders aus. Kanada ist kein Traumziel. Kanada ist der nächst gelegene Zufluchtsort. In einer Hütte im US-Staat Maine sitzt der Schriftsteller Richard Ford und beschreibt die Lage des Landes. Ford hat die wichtigsten US-Literaturpreise gewonnen: den Pulitzerpreis ebenso wie den Faulkner-Award. Kritiker sagen, er vertrete einen "Dirty Realism", einen "dreckigen Realismus". Was das meint? Zuerst einmal, das man Fords Bücher gut lesen kann.

"Der Sportreporter", "Unabhängigkeitstag", "Die Lage des Landes" - mit diesen Titeln wurde Richard Ford zu einem der wichtigsten Stimmen der USA. Jetzt also "Kanada", Fords neuer Roman. Kanada war schon immer das Land, in das US-Amerikaner gingen, wenn es ihnen zuhause nicht mehr gefiel. Schon 2008 hat Richard Ford angekündigt, er würde nach Kanada ziehen, wenn Obama nicht Präsident würde. Jetzt warnt er vor Mitt Romney. Richard Fords Romane befassen sich gerne mit dem ganz gewöhnlichen Unglück: Menschen müssen ihre Jobs wechseln oder bleiben auf der Strecke. Es sind Familiengeschichten, die das Schicksal einer ganzen Nation in der Krise widerspiegeln. Auch in Kanada bleibt Richard die Stimme der USA.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Buch
© Hanser BerlinLupeRichard Ford
Übersetzung: Frank Heibert
"Kanada"
Hanser Berlin 2012
ISBN-13: 978-3-446-24026-1
Lesung
Richard Ford liest aus "Kanada"
08.10.2012: München, Literaturhaus
09.10.2012: Hamburg, Magazin-Kino
10.10.2012: Köln, WDR
11.10.2012: Frankfurt/Main, Schauspiel
Mediathek
VideoDas Gespräch mit dem Schriftsteller Richard Ford (05.10.2102)